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Panorama 5000 Euro für ein Ticket nach Deutschland
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18:51 23.02.2016
Symbolbild Quelle: dpa
Hildesheim

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Essener unter anderem gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern und Urkundenfälschung vor. Obwohl er aus dem Ruhrgebiet stammt, soll er einen erheblichen Teil seiner Aktivitäten von Hildesheim aus organisiert haben. Darum wird der Fall dort verhandelt. Der Mann soll zu einem in ganz Deutschland verteilt lebenden Clan syrischer Kurden gehören, aus dessen Reihen auch zwei Männer stammen, die am Neujahrstag 2012 einen Landsmann an einer Ampel in Sarstedt erschossen hatten.

Der 24-jährige Essener war am 4. November bei einer bundesweiten Razzia gegen insgesamt 17 Beschuldigte festgenommen worden. An 25 Orten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hatten Fahnder damals Wohnungen und Firmenräume durchsucht – mit dem Ziel, ein weit verzweigtes Schleusernetzwerk auszuheben. Stimmt der Verdacht der Ermittler, gehören dessen Mitglieder allesamt zu dem Kurden-Clan. In Untersuchungshaft landete allerdings nur der Essener, der seither in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf sitzt – und bislang zu den Vorwürfen schweigt.

Zwölf Fälle von Schleuserei wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor, in sieben Fällen davon blieb es beim Versuch. Hinzu kommen Urkundenfälschung, Beihilfe zur Urkundenfälschung sowie gewerbsmäßiges Verschaffen von falschen Aufenthaltstiteln. Dabei soll die Gruppe um den Essener die Syrer und Libanesen nicht übers Mittelmeer und die sogenannte Balkanroute in die Bundesrepublik gebracht haben, sondern per Flugzeug auf mitunter verschlungenen Routen. 3000 bis 5000 Euro pro Person soll die Bande kassiert haben.

Für insgesamt fünf dieser Schleuser-Aktionen soll der Essener nach Hildesheim gereist sein. Was er dort genau tat und warum er dafür nach Niedersachsen gekommen ist – solche Fragen wollen die Ankläger im Prozess klären. Insgesamt 39 Zeugen hat die Staatsanwaltschaft benannt. Ein Termin für die Verhandlung vor der großen Strafkammer steht noch nicht fest. Sie muss aber bis zum 4. Mai beginnen, weil ein Beschuldigter in Untersuchungshaft Anspruch darauf hat, dass die Hauptverhandlung gegen ihn spätestens nach einem halben Jahr beginnt.

Angesichts der langen Liste an Zeugen dürfte sich der Prozess über Monate hinziehen. Dabei erhoffen sich die Ermittler tiefere Einblicke in die internationalen Schleusernetzwerke. Denn vor dem Landgericht soll auch eine Reihe von Flüchtlingen aussagen, die mithilfe des mutmaßlichen Netzwerks nach Deutschland gelangt sind.

Ebenfalls geladen ist ein Mitglied einer zehnköpfigen Familie, deren Tour nach Deutschland unverhofft in Malaysia endete. Die örtlichen Behörden setzten die Libanesen für mehrere Wochen auf dem Flughafen von Kuala Lumpur fest, weil sich ihre Dokumente als Fälschungen erwiesen. Schließlich erlaubte die Bundesrepublik der Gruppe aus humanitären Gründen die Weiterreise nach Deutschland – zuvor hatten sich sogar die Vereinten Nationen in den Fall eingeschaltet. Den Schleusern hatte die Familie rund 90 000 Dollar gezahlt.

Von Tarek Abu Ajamieh

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