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Panorama US-Passagierjet landet mit Loch im Dach
Mehr Welt Panorama US-Passagierjet landet mit Loch im Dach
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16:55 03.04.2011
In den USA ist ein Flugzeug mit einem klaffenden Loch im Kabinendach notgelandet. Quelle: dpa (Archivbild)

Mit einem klaffenden Loch im Kabinendach ist ein Flugzeug mit 123 Menschen an Bord in den USA gelandet. Die Piloten der Boeing 737 hatten am Freitag sofort eine Notlandung eingeleitet, nachdem sich in mehr als zehn Kilometern Höhe plötzlich mit einem lauten Knall ein Riss in der Flugzeughaut aufgetan hatte. Die Behörden sprachen von einem mehr als 1,50 Meter langen Loch. Wie durch ein Wunder erlitt niemand größere Verletzungen. Eine Stewardess und mindestens ein Fluggast verloren kurzzeitig das Bewusstsein.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA sprach von einem „schnellen, aber kontrollierten Sinkflug“ von knapp elf Kilometer Höhe auf etwas mehr als drei Kilometer, nachdem der Kabinendruck rapide abgefallen war. Danach setzten die Piloten die Maschine auf einem Militärflugplatz in der Wüste Arizonas sicher auf. Die US-Bundespolizei FBI nannte einen „mechanischen Defekt“ als Ursache. Sabotage oder ein Terroranschlag seien nicht im Spiel gewesen. Flug 812 war auf dem Weg von Phoenix in Arizona nach Sacramento in Kalifornien.

Der genaue Grund für den Riss blieb zunächst unklar, allerdings seien bereits mehrfach Risse in der Hülle des 15 Jahre alten Fliegers geflickt worden. Das ist nach Auskunft von Luftfahrtexperten nicht ungewöhnlich. Die Fluggesellschaft Southwest erteilte 79 Maschinen desselben Typs vorläufig Startverbot und versprach eine „entschlossene Untersuchung“. Sie musste allein am Samstag 300 Flüge streichen. Auch die nationale Behörde für Verkehrssicherheit ermittelt.

Passagier Larry Downey, der direkt unterhalb des Lochs saß, sagte dem Fernsehsender KPXN, die Schreckensminuten bis zur Landung seien „wie die Hölle“ gewesen. „Du konntest rausgucken und den blauen Himmel sehen.“ Ein Fluggast textete an seine Frau: „Flugzeug stürzt ab. Liebe Dich“, wie der US-Sender CBS13 meldete. Passagiere berichteten, eine Stewardess und ein Passagier wurden ohnmächtig.

Erst im Juli 2009 hatte ein etwa 30 Zentimeter langes Loch im Rumpf ebenfalls eine Maschine der Southwest Airlines zur Notlandung gezwungen. Vier Monate zuvor hatte die Airline eine Strafe von 7,5 Millionen Dollar (5,3 Millionen Euro) gezahlt, weil sie vorgeschriebene Untersuchungen ihrer Flugzeuge auf Risse im Rumpf unterließ. Bei der Überprüfung von 200 Maschinen gab es dann keine Beanstandungen. 1988 wurde eine Stewardess ins Freie gerissen, nachdem sich bei einer Boeing 737 der Fluggesellschaft Aloha Airlines ein Loch in der Flugzeughülle aufgetan hatte.

dpa

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