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Panorama Flüchtlingsunterkünfte werden weihnachtlich
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09:30 20.12.2015
Mit dem kleinen Beriwau auf dem Arm schmückt der Flüchtling Fadi in einer Flüchtlingsunterkunft des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) in Bremen den Weihnachtsbaum im Foyer. Quelle: dpa
Sumte

In vielen Flüchtlingsunterkünften in Niedersachsen und Bremen gibt es in der Advents- und Weihnachtszeit besondere Angebote. Mit geschmückten Tannenbäumen, Musik und Geschenken versuchen Betreiber wie der Arbeiter-Samariter-Bund den Bewohnern eine Freude zu machen. „Das macht eine ganz andere Atmosphäre“, sagt Mageda Abou-Khalil, die für die Übergangswohnheime des Verbandes in Bremen zuständig ist.

In den niedersächsischen Erstaufnahme-Einrichtungen stehen geschmückte Tannenbäume, Weihnachtsfeiern fallen allerdings aus. Grund sei die Überlastung der Mitarbeiter, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

In Bremen erzählt Mageda Abou-Khalil, die für die Übergangswohnheime der ASB zuständig ist, die Bewohner der Heime hätten beim Aufbauen und Schmücken der Weihnachtsbäume geholfen. „Das macht eine ganz andere Atmosphäre.“ Für alle Menschen in den 18 ASB-Unterkünften werden Weihnachtsfeiern organisiert. Deutsche und Asylsuchende kümmern sich gemeinsam um die Vorbereitungen und kochen zum Beispiel arabisches Essen. „Der Weihnachtsmann kommt und verteilt Geschenke an die Kinder.“

Mit dem christlichen Fest seien viele Flüchtlinge vertraut. „In Syrien gibt es viele Christen“, erklärte die Muslimin aus dem Libanon, die seit 1978 in Deutschland lebt. Besondere Veranstaltungen an den Feiertagen bietet der Verband den Asylsuchenden nicht an.

Auch in der Ortschaft Sumte im Landkreis Lüneburg wird gefeiert. „Wir haben für die Kinder eine kleine Überraschung vorbereitet“, sagt Leiter Jens Meier vom Arbeiter-Samariter-Bund, der die Notunterkunft in dem Ort mit nur 102 Einwohnern betreibt. „Es wird Weihnachtsmusik auch mit Beteiligung syrischer Flüchtlinge geben. Es sind ein paar ausgezeichnete Musiker dabei.“
Vorher werde in Sumte auch weihnachtlich geschmückt. „Es soll zu später Stunde fröhlich zugehen - auch mit Tanz, aber ohne Alkohol“, betonte Meier.

In Sumte sind derzeit rund 520 Flüchtlinge aus 25 Nationen untergebracht. Die meisten Bewohner kommen aus Syrien, dem Iran, dem Irak und Afghanistan. „Wir haben über 100 Familien im Haus mit insgesamt knapp 200 Kindern bis 15 Jahren“, sagt Meier. Ursprünglich hatte das niedersächsische Innenministerium angedacht, in dem lange leerstehenden Bürokomplex bis zu 1000 Menschen unterzubringen, nach aktueller Planung sollen es bis zu 750 werden.

In den niedersächsischen Erstaufnahme-Einrichtungen fallen die Weihnachtsfeiern in diesem Jahr aus, weil die Mitarbeiter durch den Stress der vergangenen Monate überlastet sind, sagt der Sprecher des Innenministeriums, Matthias Eichler. Die Einrichtungen seien überfüllt, die Mitarbeiter hätten sehr viel zu tun. In den vergangenen Jahren habe es regelmäßig Weihnachtsfeste gegeben.

In der Erstaufnahmeeinrichtung in Braunschweig gibt es zwar keine Weihnachtsfeier, geschmückte Tannenbäume stehen aber im Gebäude. Das sorgt für eine weihnachtlich Stimmung auch bei den Mitarbeitern, sagt der Sprecher der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, Stefan Pankratowitz.

Nach seinen Angaben sind viele Asylsuchende nicht mit den Weihnachtsbräuchen vertraut. „In vielen Ländern, aus denen Flüchtlinge kommen, wird das Fest gar nicht gefeiert“, sagt er. Bei den Spenden sei die Vorweihnachtszeit spürbar. So wurden mehrfach spezielle Geschenke für Kinder gebracht - etwa weihnachtliche Geschenktüten oder Schokoladenweihnachtsmänner.

dpa

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