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Panorama Täter nach brutalem Angriff in Berliner U-Bahn wieder frei
Mehr Welt Panorama Täter nach brutalem Angriff in Berliner U-Bahn wieder frei
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08:28 26.04.2011
Die Screenshots einer Überwachungskamera der Berliner Verkehrsbetriebe vom Sonnabend, die von der Polizei veröffentlicht wurden, zeigt einen Angriff auf einen Mann im U-Bahnhoff Berlin-Mitte. Quelle: dpa

Erneut ist ein Mann in einer Berliner U-Bahn-Station das Opfer brutaler Gewalt geworden. Ein 18-jähriger Schüler verletzte in der Nacht zu Ostersamstag einen 29-jährigen Gas- und Wasserinstallateur mit mehreren Tritten gegen den Kopf so schwer, dass er das Bewusstsein verlor. Der Schläger räumte später ein, das Opfer aus reiner Streitlust zufällig ausgesucht zu haben. Sein ebenfalls 18-jähriger Kompagnon hinderte einen mutigen Zeugen durch einen Tritt in den Rücken daran, den Haupttäter festzuhalten. Dabei fiel der 21-jährige Helfer hin und verletzte sich leicht.

Dennoch hat der aus Bayern stammende Tourist durch sein couragiertes Eingreifen nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft dem Opfer vermutlich das Leben gerettet und die Angreifer in die Flucht geschlagen. Zunächst hatte es geheißen, der Mann sei in Berlin gemeldet. Die beiden Täter stellten sich am Osterwochenende freiwillig der Polizei und legten ein umfassendes Geständnis ab. Nach eingehenden Vernehmungen sind beide wieder auf freien Fuß. Nach Informationen der Online-Ausgabe der „Berliner Morgenpost“ konnte das Opfer bereits am Montag die Klinik wieder verlassen. Eine Sprecherin der Klinik wollte das weder bestätigen noch dementieren.

Der Haupttäter erhielt am Sonntag Haftbefehl wegen versuchten Totschlags, teilte die Polizei am Montag mit. Gegen Auflagen habe er jedoch Haftverschonung bis zum Prozess erhalten. Sein Komplize wurde nach den Vernehmungen entlassen. Er muss sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Der 18-jährige Haupttäter „muss sich jetzt als Auflage dreimal in der Woche bei der zuständigen Polizeiwache in Reinickendorf melden“, betonte die Polizeisprecherin am Montag. Falls der 18-Jährige dagegen verstoße, werde der Haftbefehl wieder in Kraft gesetzt.

Die Mutter des Opfers zeigte am Montag wenig Verständnis für die Entscheidung, die beiden Männer frei zu lassen. „Wieso lässt ein Richter die brutalen Täter frei herum laufen?“, zitierte „Bild.de“ die Frau. Hier laufe etwas schief, fügte sie hinzu.

Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Holger Freund, begründete die Haftverschonung damit, dass keine Fluchtgefahr bestehe. Der 18-Jährige lebe noch bei den Eltern. „Wir gehen davon aus, dass er sich dem Verfahren stellt und sich an die Auflagen hält.“ Der Schüler war bisher bei der Polizei nicht aufgefallen.

Die Jugendlichen gaben in ihrer Vernehmung an, den 29-Jährigen im U-Bahnhof Friedrichstraße zunächst gegen 3.30 Uhr provoziert zu haben. Die Auswahl des Opfers sei zufällig gewesen, habe der 18-Jährige eingeräumt. Er sei aggressiv gewesen und habe Streit gesucht. Zudem sei er erheblich betrunken gewesen, teilte die Polizei mit. Die Jugendlichen sollen kurz zuvor bereits andere Menschen beleidigt und beschimpft haben. Die Polizei hatte mit Fotos aus der Videoaufzeichnung des Überfalls nach ihnen gefahndet.

Darauf war zunächst zu sehen, wie die Jugendlichen den 29-Jährigen, der nachts auf einer Bank am Bahnsteig auf eine U-Bahn wartete, herausforderten. Als der Mann aufstand, schlug der Haupttäter ihm eine Flasche auf den Kopf. Das Opfer schlug der Länge nach hin und blieb regungslos auf dem Bauch liegen. Anschließend trat der Angreifer mehrmals mit voller Wucht auf und seitlich gegen den Kopf des hilflosen 29-Jährigen, der das Bewusstsein verloren hatte. Das Opfer wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Keine 24 Stunden danach wurde am Samstagabend auf offener Straße im Stadtteil Friedrichshain ein ebenfalls 29-Jähriger von vier unbekannten Tätern bis zur Bewusstlosigkeit getreten und geschlagen.

Erst im Februar hatten Jugendliche einen 30-Jährigen auf dem U-Bahnhof Berlin-Lichtenberg überfallen und schwer verletzt. Er lag wochenlang im künstlichen Koma. Nach dem Erwachen konnte der Mann kaum sprechen und laufen. Derzeit macht er eine Rehabilitation. Der 14-Jährige und drei 17-Jährige mutmaßliche Täter sitzen in U-Haft.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Vorfälle forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Krings höhere Strafen für Heranwachsende und einen sogenannten Warnschuss-Arrest. „Hier bekäme ein Jugendlicher schon mal einen Vorgeschmack auf den Knast. Zugleich würde dort intensiv mit ihm gearbeitet“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag). Der Berliner Grünen-Politiker Christian Ströbele wies diese Forderungen zurück. Mögliche Höchststrafen würden in aller Regel überhaupt nicht ausgeschöpft. Sinnvoller sei es, mehr Personal an den S- und U-Bahnhöfen in den Nachtstunden einzusetzen.

dpa

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