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Panorama Südniedersachsen beklagen geringe Förderung
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00:17 08.02.2015
Von Michael B. Berger
Karl-Heinz Rehkopf ist Stifter und Motor des Erlebnismuseums „PS Speicher“ in Einbeck. Quelle: Christina Hinzmann
Einbeck

Der Mann hat Ideen, und er sprudelt. Vorn, in dem recht ansehnlich zu einem Erlebnismuseum umgebauten alten Kornspeicher Einbecks, steht Karl-Heinz Rehkopf. Der ältere, dynamische Herr steht im Ruf, ein Millionär zu sein. Er hat mit Teppichdomänen viel Geld gemacht und bringt nun immer wieder neuen Schwung nach Einbeck, in die alte Fachwerkstadt. Sein „PS-Speicher“ habe seit seinem knappen Jahr des Bestehens „fast 40.000 Besucher angezogen“, schwärmt Rehkopf, Stifter und Motor des neuen Museums, das mit immer neuen Ausstellungen nicht museal wirken soll. „Hier kriegen Sie ihren Sekt in einem Ölkanister, und die Kerzen stehen in alten Kolben“, sagt der Autonarr, der sich jetzt daranmacht, die zahlreichen Leerstände in der Altstadt Einbecks zu „enthässlichen“, wie er sagt. Mit Kunstaktionen in den leeren Läden. Und das Ganze fast ohne öffentliche Förderung – eine Million Euro hat Rehkopf nach eigenen Angaben aus öffentlichen Mitteln für seine 24-Millionen-Investition in den „PS-Speicher“ bekommen, neben dem jetzt sogar ein Vier-Sterne-Hotel entstehen wird.

Aus wenig viel machen, das plant auch die rot-grüne Landesregierung mit ihrem „Südniedersachsenplan“, über den der frühere Innenminister Uwe Schünemann (CDU) nur spottet. Denn mit den 100 Millionen Euro, die die Landesregierung hier für fünf Landkreise über sieben Jahre verteile, spendiere das Land Südniedersachsen doch lediglich „eine Moderatorin für die Landräte“, ätzt der Landtagsabgeordnete, der aus Holzminden kommt. In Einbeck, wo sich an diesem frostig-sonnigen Donnerstagmorgen an die 150 Honoratioren versammelt haben, vertritt Schünemann indes eher eine Minderheitenmeinung. „Ist doch notwendig, dass sich hier was tut“, sagt Schünemanns Fraktionskollege Lothar Koch aus Duderstadt. „Es sind doch nicht die 100 Millionen allein, es ist doch auch die Identitätsbildung. Dass sich jetzt alle zusammentun.“

Tatsächlich sind im „PS-Speicher“ heute ziemlich viele versammelt, die sich zu den Aktivposten der Region rechnen. Die Göttinger Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel diskutiert mit dem Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder (Inhaber der weltweit aktiven Otto-Bock-Firmengruppe) über das neue Gesundheitszentrum, das in Göttingen entstehen soll. Auch die Chefs anderer Wirtschaftsgrößen sind gekommen, um gute Stimmung für die eigene Region zu machen.

Einwände, für Südniedersachsen gebe es viel zu wenig öffentliche Förderung, lassen den Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD) schmunzeln. Er hat das früher selbst beklagt. Der Landrat erinnert an den Emsland-Plan, mit dem etliche Regierungen bis 1989 einem verarmten Landstrich auf die Sprünge geholfen haben. Zwar sei Südniedersachsen längst nicht so arm dran wie das Emsland in der Nachkriegszeit. Und 100  Millionen Euro seien für mehrere Gebietskörperschaften „nicht eben üppig“, sagt Reuter. Doch sei dies „nur das Sahnehäubchen“ auf eine EU-Förderung in Höhe von 400 Millionen Euro, die die südniedersächsische Region erwarten dürfe. „Da ist noch nicht ein Cent davon hier“, klagt Schünemann am Nebentisch.

Gastgeber Weil sieht in der noch nicht ausgezahlten EU-Förderung „keine durchgreifenden Probleme“. „Das Museum hier ist ein gutes Beispiel, wo wir hin wollen.“ Zum öffentlichen Anreiz soll Initiative von Bürgern kommen. Die Vernetzung soll Schub bringen. „Jeder ist eingeladen, Projekte einzureichen.“

Niedersachsens Jecken feiern in den kommenden Tagen an vielen Orten Karneval. Der Startschuss für die zahlreichen Umzüge fällt eine Woche vor Rosenmontag in Damme im Landkreis Vechta. Den größten Karnevalsumzug feiert Braunschweig mit bis zu 250.000 Zuschauern. In Hannover werden 80.000 Karnevalisten am Kröpcke erwartet.

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