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Panorama Stadtsportbund Osnabrück verzichtet vorerst auf Kinderfreizeitlager
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16:27 27.07.2010
Nach den Missbrauchsfällen verzichtet der Stadtsportbund Osnabrück vorerst auf Kinderfreizeitlager. Quelle: dpa

Der Stadtsportbund Osnabrück will nach den Quälereien und sexuellen Missbräuchen im Kinder-Ferienlager Ameland vorerst keine Freizeiten anbieten. „Im Moment haben wir wegen des öffentlichen Drucks nicht den Mut, für das Jahr 2011 eine Freizeit zu organisieren“, sagte der Vorsitzende Wolfgang Wellmann am Dienstag. Der Stadtsportbund wolle zunächst die Ermittlungen abwarten und sich mit weiteren Stellen wie der Landesstelle Jugendschutz sowie dem Landessportbund (LSB) beraten.

Im Schlafsaal des vom Stadtsportbund Osnabrück ausgerichteten Ferienlagers auf der niederländischen Insel Ameland sollen Anfang Juli 14 bis 15 Jahre alte Jungen ihre gleichaltrigen oder etwas jüngeren Opfer brutal gequält und sexuell misshandelt haben. Bislang sind 13 potenziell Beschuldigte bekannt, drei Geständige und sechs Opfer, die zum Teil auch Täter sein sollen. Einigen Betreuern wird vorgeworfen, trotz mehrerer Hinweise nicht eingegriffen zu haben.

Der LSB arbeitet nach eigenen Angaben unabhängig von den Vorfällen auf Ameland an einem Zehnjahresprojekt über sexualisierte Gewalt im Sport. „Damit beschäftigen wir uns bereits seit Monaten, weil wir das Thema Kindeswohl und -gefährdung in der Ausbildung sehr ernst nehmen“, sagte LSB-Direktor Reinhard Rawe am Dienstag. Das Projekt umfasse die drei Schwerpunkte Prävention, Intervention und das Verstärken von Handlungskompetenzen. „Das wird ein bunter Strauß von Maßnahmen, die aber erst noch intern beraten werden müssen“, sagte Rawe. Der LSB sei dazu mit Partnern und Sponsoren im Gespräch und wolle Ergebnisse in der zweiten Augusthälfte vorstellen.

Der Stadtsportbund in Osnabrück hat bisher noch nicht mit den Betreuern gesprochen, die die Ferienfreizeit auf der Insel Ameland begleitet haben. In Kürze werde voraussichtlich ein Treffen geplant, um mit den Betreuern über deren Sorgen und Nöte zu reden.

dpa

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