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Panorama Sprengmeister entschärft Bombe in Göttingen
Mehr Welt Panorama Sprengmeister entschärft Bombe in Göttingen
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19:27 27.04.2011
Bei Bauarbeiten ist am Nachmittag in Göttingen eine Bombe gefunden worden. Quelle: Alciro Theodoro da Silva

Wenige Hundert Meter neben der Unglücksstelle, wo vor knapp einem Jahr drei Männer bei der Entschärfung einer Fliegerbombe ums Leben kamen, ist am Dienstag in Göttingen erneut eine Bombe gefunden worden. 12.000 Menschen mussten am Dienstagabend ihre Wohnungen verlassen. Das Stadtgebiet um die Fundstelle wurde großräumig evakuiert. Auch der Bahnhof war von der Sperrung betroffen. Polizisten gingen von Haus zu Haus, um die Bewohner zu alarmieren. Schulen und die Mensa des Universitätsklinikums wurden als Aufenthaltsorte hergerichtet. Die Räumung des Gebietes dauerte jedoch fast zwei Stunden länger als erwartet, weil sich noch weit nach Mitternacht Personen in der Nähe der Fundstelle befanden.

Erst gegen 1 Uhr konnte laut eines lokalen Radiosenders der Sprengmeister mit der Begutachtung der Fliegerbombe und der Entschärfung beginnen. Bereits 30 Minuten später gab die Feuerwehr Entwarnung: Die Bombe sei erfolgreich entschärft worden und wurde abtransportiert. Bei dem zweiten Zünder handele es sich nicht um einen Säurezünder, hieß es im Nachtprogramm des Senders. Die Sperrung wurde aufgehoben, und die Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.

300 Polizisten, 330 Feuerwehrleute und viele Mitarbeiter der Hilfsdienste waren an diesem Abend im Einsatz. Zuvor stellte sich nach der Untersuchung durch Männer des Kampfmittelräumdienstes aus Hannover am Dienstagnachmittag heraus, dass auch dieser Blindgänger neben einem Aufschlagzünder einen der so schwer berechenbaren Säurezünder enthalten könnte. „Deshalb haben wir beschlossen, sofort zuzufassen“, sagte Dezernent Hans Peter Suermann von der Stadtverwaltung.

Für eine mögliche Sprengung der Fünf-Zentner-Bombe wurden zehn Sattelzüge voll Sand zum Bombenfundort transportiert. Auch die ICE-Nord-Süd-Trasse der Bahn, die innerhalb des Gefahrenbereichs liegt, sollte dann für mindestens eine Stunde gesperrt werden. Die britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war bei Baggerarbeiten entdeckt und freigelegt worden. Nicht weit von dem jüngsten Fundort entfernt waren 2010 drei Sprengmeister des Kampfmittelräumdienstes getötet und sechs weitere Personen durch Splitter und die Druckwelle zum Teil schwer verletzt worden.

Ein weiteres Video zum Bombenfund finden Sie hier.

Der Artikel wurde aktualisiert.

dpa/bib/kla

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