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Panorama Skimode-Trends: Auf dem Gipfel der Nostalgie
Mehr Welt Panorama Skimode-Trends: Auf dem Gipfel der Nostalgie
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11:00 26.01.2019
Nicht nur Fendi setzt künftig mit groben Mustern und viel Fell im Schnee deutliche Signale. Quelle: Fendi
Hannover

Wenn in diesem Winter jemand behauptet, er hätte auf der Piste keine gute Figur gemacht, kann es weder an mangelndem Schnee noch an fehlender Kleidung gelegen haben. In den Alpen schneit es so viel wie seit Jahren nicht. Gleichzeitig gibt es immer mehr Modelabels, die schicke Skikleidung auf den Markt bringen.

Neben den gängigen Herstellern wie Bogner, Schöffel oder Moncler haben inzwischen selbst Labels wie Fendi oder Emporio Armani pludrige Latzhosen und schnittige Skijacken im Angebot. Denn die Ansprüche sind gestiegen: Skibekleidung soll nicht mehr nur funktional sein, also klirrende Kälte und kriechende Nässe abhalten sowie Schweiß und Wärme regulieren, sie muss heute unbedingt auch modisch etwas hermachen.

In dieser Saison orientieren sich Wintersportler bei der Wahl ihres Outfits am besten an folgenden drei Trends: Retro, Prints, Einteiler. Die Retrowelle schwappt zwar schon seit einigen Jahren den Berg hinauf, inzwischen aber kann es passieren, dass man sich am Skilift wie in die Siebzigerjahre zurückversetzt fühlt: Schlaghosen, taillierte Jacken und bunte Blockstreifen prägen das Bild auf den Abhängen von St. Moritz, Aspen und Co.

Schlaghosen, taillierte Jacken und bunte Blockstreifen prägen das Bild auf den Abhängen von St. Moritz, Aspen und Co. Quelle: Perfect Moment

Auf die Spitze treibt diesen Trend allen voran das Label Perfect Moment, das 1984 vom französischen Filmemacher Thierry Donard in Chamonix, am Fuße des Mont Blancs, gegründet wurde. Dessen Softshell-Skihose „Aurora“ mit ausgestelltem Bein und gestreiften Kniepolstern kostet zwar, ähnlich wie die dazu passende Daunenjacke „Queenie“, ein paar Hundert Dollar, wird aber bei allem modischen Chichi auch extremen Wetterlagen gerecht.

Und mit Extremen kennt sich Donard aus: Der 57-jährige frühere Profi-Skifahrer ist einer der renommiertesten Actionsport-Produzenten der Welt, seine Filmreihe „Nuit de la Glisse“ zeigt, dass echtes Skiabenteuer eigentlich erst abseits der Piste beginnt. Inspiriert von seinen Erlebnissen im Freeride-Milieu hat Donard Skiwear entwickelt, bei der es in erster Linie um die Performance geht, aber auch um den Style guter alter Zeiten, zu denen er selbst noch auf den Brettern stand.

Mit seinem Nostalgietrip hat der Franzose offenkundig einen Nerv getroffen, vor allem im eigenen Land. Längst verkaufen auch Traditionsmarken wie Fusalp und Rossignol Skihosen mit Schlag nicht nur deshalb, weil diese so schön leicht über jeden noch so klobigen Ski- und Snowboardstiefel passen.

Einfacher als mit der aktuellen Leisurewear-Kollektion von Fendi lässt sich kaum ausdrücken: Vorbei die Zeiten der seichten Pastelltöne und verspielten Farbverläufe, jetzt wird klare Kante gezeigt. Quelle: Fendi

Ähnlich ist das beim Thema Prints: Wer in einer olivgrünen Camouflage-Hose von Bogner, kunterbunten Blumen-Overall von O’Neill oder einer dunkelbraunen Animal-Print-Jacke von Moncler den Berg hinabsaust, tut das nicht etwa, damit er schneller gesehen wird und sicherer unten ankommt, sondern aus modischen Gründen.

Galt es bis vor Kurzem noch als schick, möglichst in elegantem Off-White oder coolem Schwarz den Wintersportort zu betreten, heißt es nun, mit Farben und Mustern deutliche Akzente zu setzen, ohne mit allzu schrillen Bonbontönen zu verschrecken. Wie die neue Signalwirkung richtig zu verstehen ist, zeigt ein Blick auf Fendis aktuelle Leisurewear-Kollektion.

Das italienische Label, das noch nicht lange bei der Snowwear mitmischt, steckt seine Models in schwarze Daunenjacken mit fettem goldbraunen Logo-Print oder leuchtend türkis-schwarz gestreifte Zweiteiler. Einfacher lässt sich kaum ausdrücken: Vorbei die Zeiten der seichten Pastelltöne und verspielten Farbverläufe, jetzt wird klare Kante gezeigt. Ob in Petrol, Tannengrün oder Feuerrot, satte Farben und scharfe Konturen sind jetzt Programm.

Die Skiwear von Templa ist schlicht, aber durchdacht. Quelle: Templa

An Klarheit kaum zu überbieten ist dabei die junge belgisch-australische Marke Templa, deren extrem reduzierte, aber technisch durchdachte Skibekleidung bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Zwar haben die Skijacken und -hosen, die die in Antwerpen lebende Israelin Anati Rakocz mit zwei Freunden in Australien seit 2017 auf den Markt bringt, mehr Ähnlichkeit mit Raumanzügen als mit trendiger alpiner Mode, dafür sind sie überaus funktionell.

Ärmel lassen sich abtrennen, Längen variieren, Säume und Reißverschlüsse sind so verarbeitet, dass angeblich keinerlei Wind und Wasser hindurchkommen. „Unsere Kunden wollen in Qualität investieren. In Kleidung, die sie lange gebrauchen können und die fast alles aushält“, sagte Rakocz gegenüber der „Welt“ – und versuchte zu rechtfertigten, dass ein Ski-Outfit von Templa gut 3000 Dollar kostet.

Der Overall feiert sein Comeback – und zieht garantiert Blicke auf sich: figurbetonter Sternenjumpsuit von Perfect Moment. Quelle: Perfect Moment

Wem das alles zu kompliziert oder zu teuer ist, fühlt sich womöglich beim dritten Pistentrend am besten aufgehoben: dem Einteiler. Lange eher Kindern oder Polarforschern vorbehalten, ist es inzwischen auch Erwachsenen wieder erlaubt, in gefütterten Ganzkörperanzügen den Winter zu genießen – solange sie dabei nicht das Michelin-Männchen imitieren.

Statt mit dicker Daune feiert der Overall sein Comeback eher figurbetont, etwa aus eng anliegendem Softshell und weichem Fleecefutter wie bei den Jumpsuits von Perfect Moment oder aus wattiertem Stretch wie bei den Steg-Latzhosen von Moncler, was ihn nicht nur beweglicher, sondern auch alltagstauglicher macht. Wer später im geblümten Retro-Overall einkaufen geht, den sollten ein paar verwunderte Blicke dennoch nicht überraschen.

Von Sophie Hilgenstock

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