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Panorama Seltene Saurierknochen in Niedersachsen entdeckt
Mehr Welt Panorama Seltene Saurierknochen in Niedersachsen entdeckt
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00:16 10.02.2017
Zerbrechlich: Der Oberarmknochen des Pterodactylus (Kurzschwanzflugsaurier). Quelle: Peter Steffen
Braunschweig

Die kleinen Knochen sind dünn und zerbrechlich. Die Funde, die bei einer Grabung bei Schandelah (Landkreis Wolfenbüttel) ans Licht kamen, sehen auf den ersten Blick aus wie Teile eines Vogelskeletts - und sind doch eine wissenschaftliche Sensation. „Es handelt sich um extrem seltene Überreste eines Flugsauriers“, erklärt der Direktor des Braunschweiger Naturhistorischen Museums, Ulrich Joger. Die Skelette seien so fragil, dass sie nur bei außergewöhnlich günstigen Verhältnissen über Jahrmillionen erhalten bleiben.

Immer wieder machen Paläontologen in Norddeutschland erstaunliche Entdeckungen wie in Schandelah. Die Ausgrabung eines Europasaurus war so eine. Überreste der bis dahin unbekannten Saurierart wurden zum ersten Mal 1998 im Steinbruch Langenberg bei Goslar gefunden. Die Existenz der kleinen Landsaurier ist seitdem ausschließlich für die Region des heutigen Harzes nachgewiesen worden.

Funde sind kein Zufall

Dass ausgerechnet Niedersachsen immer wieder zum Schauplatz spektakulärer Entdeckungen wird, ist kein Zufall. „Vor vielen Millionen Jahren war das Gebiet des heutigen Bundeslandes fast vollständig von einem flachen Meer bedeckt“, sagt der Leiter der Paläontologie im Braunschweiger Museum, Ralf Kosma. In diesem Meer hat es kleine Inseln gegeben, auf die noch heute fossile Baumstämme und Pflanzenüberreste hinweisen. Die Existenz der Wassermassen ist eine wichtige Voraussetzung für die heutigen Entdeckungen. „Alle fossilen Skelette, die wir finden, stammen von Tieren, die nach ihrem Tod im Wasser konserviert worden sind“, erklärt Kosma.

„Wir haben in Niedersachsen auch das große Glück, dass so viele Steinbrüche noch in Betrieb sind, in denen Funde möglich werden“, betont Nils Knötschke, der als wissenschaftlicher Leiter im Dinosaurierpark in Münchehagen arbeitet. Außerdem gebe es im Bundesland eine enge Zusammenarbeit der Experten. Denn es ist alles andere als einfach, die Jahrmillionen alten Überreste zu entdecken und zu konservieren. Es sind im Gegenteil „extreme Zufälle, wenn wir überhaupt Überreste von Dinosauriern finden“, erklärt Museumsdirektor Joger.

Kein direkter Vorfahr der Vögel

Die Flugsaurier mit ihrem feinen Skelett sind unter den Saurierüberresten noch einmal besonders selten. Dabei sei es ein weitverbreiteter Irrglaube, „dass wir es hier mit direkten Vorfahren der heutigen Vögel zu tun haben“, betont Joger. Die heutigen Vögel seien Nachfahren kleiner Landsaurier, die Federn entwickelt und zu fliegen begonnen hätten. Die Flugsaurier dagegen haben mit ihren zu langen Knochenstäben entwickelten Fingern eine Art Segel gespannt, „ähnlich wie die heutigen Fledermäuse, aber oft viel größer“.

Der größte bekannte Flugsaurier hatte eine Spannbreite von 13 Metern. „Das war ein riesiges Geschöpf, das einen Menschen noch überragte, wenn es seine Flügel eingeklappt hatte“, erklärt Paläontologe Kosma. Das Fliegen mithilfe der riesigen Segel habe aber auch Nachteile gehabt, die im Vergleich mit den Vögeln erkennbar werden. Diese können mit ihren Federkonstruktionen viel stärkere Windstärken aushalten, ohne dass die Flügel zerbrechen.

Von Alexander Kohlmann

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