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Panorama Schüler 
schildert vor Landgericht München Tod von Brunner
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schildert vor Landgericht München Tod von Brunner
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20:28 14.07.2010
Quelle: dpa

Brunner hatte ihm und seinen Freunden Schutz angeboten, als die beiden Angeklagten sie bedrohten. Doch am Münchener S-Bahnhof Solln eskalierte die Situation. „Sie sind uns gefolgt und drohend auf uns zugegangen“, sagte er Schüler über den 19-jährigen Markus S. und Sebastian L., 18 Jahre alt,, die sich nun wegen Mordes vor einer Jugendkammer verantworten müssen. „Herr Brunner hat sich vor uns gestellt“, sagte der Zeuge. „Es war klar, dass irgendetwas passiert.“

Die Angeklagten hatten am Vortag den Angriff eingeräumt, aber jede Tötungsabsicht bestritten. Der 15-jährige Zeuge sagte, Brunner habe Rucksack und Jacke abgelegt und Markus S. ins Gesicht geschlagen – jedoch nur, um die drohende Attacke abzuwehren. Markus S. hätten – vermutlich vor Schmerz – Tränen in den Augen gestanden. Danach hätten sich die beiden Angeklagten kurz beraten, um dann auf Brunner loszugehen. „Hurensohn“, habe Markus S. gerufen, während er auf den Manager einschlug und eintrat – auch als dieser bereits am Boden lag. Niemand am Bahnhof habe geholfen. Sebastian L. habe zunächst mitgemacht, dann aber seinen Kumpan weggezogen. Die beiden seien geflohen. Brunner sei kurz aufgestanden mit den Worten: „Das war hart.“ Danach sei er zusammengesackt.

Bereits zuvor habe ein Kumpel der beiden Angeklagten ihn und seine Freunde bedroht, schilderte der Zeuge. „Wir sollten ihnen Geld geben, weil sie Geld für Drogen bräuchten.“ In der S-Bahn nach Solln hätten die beiden dann unüberhörbar über die Schülergruppe gesprochen. „Wann schlagen wir sie, wann rauben wir sie aus“, hätten sie gesagt. Auf Brunners Ermahnung, dass das nicht in Ordnung sei, hätten sie geantwortet: „Da scheißen wir drauf.“
Zuvor hatte ein Polizist vor der Jugendkammer die erste Vernehmung von Markus S. nach der Prügel-Attacke geschildert. „Er war sehr bedrückt. Er hat mir nicht in die Augen schauen können.“

Die Lebensgefährtin des Opfers, die in einem Hallenbad auf ihn wartete, habe mehrmals versucht, Brunner auf dem Handy anzurufen, sagte der Polizist vor Gericht. „Hab versucht Dich zu erreichen, mach mir Sorgen“, schrieb sie ihm in einer SMS. In der Nacht dann, als sie bereits wusste, dass er tot ist, schreibt sie ihm noch einmal: „Du bist unauslöschlich in meinem Herzen.“ Sie habe auf ein gemeinsames Alter gehofft, und: „I miss you, love.“

Sabine Dobel

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