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Panorama Ein Team bekennt Farbe gegen Rassismus
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17:24 01.04.2016
Alle für einen: Das Mannschaftsfoto der 1.  Herren des SV Deinste 1952. Quelle: Joerg Struwe
Hannover

Sie wollten ein Zeichen setzen, aber mit einer so großen Aufmerksamkeit hatten sie nicht gerechnet: Mit einem einzigen Mannschaftsfoto hat der Sportverein des Dörfchens Deinste bei Stade bundesweit eine Lawine an Reaktionen ausgelöst. Das Foto zeigt die 1. Fußball-Herrenmannschaft - und auf den ersten Blick sieht es aus, als seien alle Spieler dunkelhäutig. Erst bei näherem Hinsehen fällt auf, dass bei den meisten die Bildbearbeitung für den dunklen Teint gesorgt hat. Genau das ist die Botschaft: Um sich mit zwei farbigen Mitspielern zu solidarisieren, hat das Team das manipulierte Bild verbreitet.

Anlass war ein Übergriff auf einen von der beiden Sudanesen. Sie waren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und spielen seit rund eineinhalb Jahren bei dem Verein. Emad Babiker hatte mit seinen Mannschaftsfreunden am Sonnabend das örtliche Osterfeuer besucht, wo auf den Sieg beim nachmittäglichen Spiel angestoßen wurde. Am Feuer kam es dann zu einem Übergriff, bei dem Babiker beschimpft und geschlagen wurde. Dies sei aus „rassistischen Gründen“ geschehen, wie es auf der Facebook-Seite des Vereins heißt. Dann eskalierte die Situation derart, dass Polizisten den Sudanesen vom Gelände eskortierten, damit ihm nicht noch Schlimmeres geschieht, wie Sportwart Manfred Dubbels berichtet.

Für die Mannschaft sei der Vorfall schockierend gewesen, sagt Dubbels: „Die beiden Jungs spielen bei uns mit, seit sie hier sind, und bislang hat es auch nie Probleme gegeben.“ Um zu zeigen, dass so ein Angriff von den Deinster Sportlern nicht toleriert wird, habe sich das Team zu der Fotoaktion entschlossen. Das Echo darauf ist riesig, neben viel Lob und Zuspruch gibt es aber auch kritische Stimmen. Das Blackfacing, also das Dunkelschminken hellhäutiger Menschen, ist umstritten - auch im Fall Deinste. „Das Blackfacing hat immer einen veralbernden Effekt für Menschen mit dunkler Haut“, mahnt etwa ein Besucher der Facebook-Seite des Vereins, und er ist nicht der Einzige.

Für die beiden farbigen Hobby-Kicker ist das aber offenbar das geringste Problem. Wie Sportwart Dubbels erklärt, ist bei beiden unklar, ob sie auf Dauer in Deutschland bleiben dürfen - eine weitaus existenziellere Frage als die, ob die Aktion der Sportkameraden auch wirklich politisch korrekt ist.

ego

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