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Panorama Problemwolf "Kurti" muss sterben
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09:00 28.04.2016
Quelle: dpa
Hannover/Munster

Gegen diesen Plan hatten Jäger und Naturschützer protestiert: Ein in Freiheit aufgewachsenes Tier könne man nicht einsperren. Nun will das Ministerium zunächst versuchen, Kurti in freier Wildbahn zu betäuben, um ihn dann einzuschläfern, teilte das Ministerium gestern mit. Für den Fall, dass dies nicht gelingt, hatte das Ministerium sich immer auch die Möglichkeit offen gehalten, den Wolf von einem Polizisten erschießen zu lassen.

Der Kurti genannte Wolf ist ein zweijähriger Rüde, der immer wieder dadurch aufgefallen war, dass er sich Menschen ohne Scheu genähert hatte. Das Land hatte deshalb bereits einen Experten aus Schweden eingeladen, der Kurti wieder Respekt vor dem Menschen einflößen sollte. Doch die Maßnahmen wirkten nicht lange: Zuletzt hat der offiziell MT6 benannte Wolf einen Hund angegriffen, der mit seinem Herrchen und dessen Tochter spazieren ging. „In dieser Situation sind Maßnahmen zur Gefahrenabwehr notwendig“, sagte Umwelt-Staatssekretärin Almut Kottwitz.

Derzeit wird Kurti, der ein Sendehalsband trägt, in der Heide gejagt. Es sei nicht leicht, das Tier im Grenzbereich des Truppenübungsplatzes ausfindig zu machen, da man dort Sperrbereiche und Übungsabläufe berücksichtigen müsse, betonte Kottwitz. Nach Angaben des Umweltministeriums ist dieses der erste Fall in Europa, bei dem ein Problemwolf der Natur entnommen werden soll, wie es im Fachjargon heißt.

Ursprünglich hatte das Umweltministerium geplant, Kurti nicht zu töten. Noch am Montag kündigte es an, den Wolf betäuben und in ein Gehege sperren zu wollen. Jäger und Naturschützer hatten daraufhin gefordert, das Tier zu töten. „Erwachsene Wölfe aus freier Wildbahn vertragen eine Gefangenschaft in aller Regel nicht. Das wäre Tierquälerei“, sagte Roland Gramling, Sprecher des Tierschutzbundes WWF und plädierte dafür, den Wolf zu erschießen.

 

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