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Panorama Niedersächsische Landwirte empört über "Bauernregeln"
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11:54 05.02.2017
Diese Kampagne kommt bei Niedersachsen Bauern nicht sonderlich gut an. Quelle: BMUB/dpa
Hannover

Eine spaßig gemeinte Kampagne des Bundesumweltministeriums hat bei den niedersächsischen Landwirten große Empörung ausgelöst. "Wir sind gern bereit Anregungen aufzunehmen, aber nicht auf diesem Niveau", sagte die Sprecherin des Landvolks Niedersachsen, Gabi von der Brelie, am Samstag. Die elf "Neuen Bauernregeln" sollen in 70 deutschen Städten plakatiert werden. Unter anderem wird gereimt: "Zu viel Dünger, das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt." Oder: "Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein."

Bundeslandwirtschaftsministerin Christian Schmidt (CSU) hatte seine Kollegin im Umweltressort, Barbara Hendricks (SPD), am Freitag aufgefordert, die Kampagne zu beenden und sich bei den Landwirten für den Imageschaden zu entschuldigen. Niedersachsens Landvolkpräsident Werner Hilse forderte ebenfalls einen Stopp der "diffamierenden Kampagne". Information werde hier zum Wahlkampf umgemünzt, dazu noch auf Kosten der Steuerzahler, kritisierte Hilse.

Landwirte wüssten die Aussagekraft überlieferter Bauern- und Wetterregeln einzuschätzen, sie spiegelten zugleich die intensive Beschäftigung mit der Natur und der Umwelt wider, betonte der Präsident des niedersächsischen Landesbauernverbandes. Die äußerst flachen und niveaulosen Bauernregeln à la Hendricks ließen diese Tiefe dagegen vermissen, klagte Hilse.

Das Umweltministerium in Berlin wies die Kritik zurück. "Uns geht es nicht darum, einen Berufsstand zu diffamieren", versicherte ein Ministeriumssprecher. Man wolle lediglich im Rahmen einer gesellschaftlichen Debatte "auf spielerische und humorvolle Art" auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen.

Die Interessengemeinschaft Deutscher Schweinehalter mit Sitz in Damme ist ebenfalls empört über die "Verunglimpfung" und hat sich schon einen Gegenschlag ausgedacht. Der Verband sammelt Geld für eine eigene Plakatkampagne. "Fährt Frau Hendricks ihren A8, lässt sie den Umweltschutz gern außer Acht", reimen die Schweinehalter auf ihrer Internet-Seite.

Auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Niedersachsen/Bremen ließ sich von den "Neuen Bauernregeln" inspirieren und schickte Hendricks einen Rat in Versen: "Statt Bauern-Bashing, bitte sehr, stützt die Agrarfabriken nimmermehr! Und schreibt Ihr von den Reimen mehr, dann schreibt auch dieses, bitte sehr!"

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