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09:40 16.02.2014
Auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog, genauso wie auf der Insel Langeoog, werden bald wieder Inselpolizisten arbeiten. Quelle: dpa
Aurich/Langeoog

Traumjob oder Routine auf abseitigen Dünenpfaden? Die seit längerem vakanten Stellen der Inselpolizisten auf Langeoog und Spiekeroog werden bald wieder besetzt. „Zum Oktober haben wir einen Bewerber für Langeoog gefunden“, sagt Sabine Kahmann von der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund. Auch für Spiekeroog soll es in absehbarer Zeit einen Nachfolger geben. Bis die neuen Polizisten ihren Dienst auf den beiden ostfriesischen Inseln antreten, sind diese aber keine gesetzlosen Zonen: Derzeit sind Beamte vom Festland als Vertretung im Einsatz.

Mittagspause im Strandkorb oder Nickerchen in der Hängematte gehörten eher nicht zum Polizeialltag auf den Inseln, erzählt Polizeisprecherin Kahmann: „Im Winter ist vielleicht weniger los, aber gerade im Sommer zur Ferienzeit haben wir die ganze Bandbreite, von kleinen Ordnungswidrigkeiten bis Straftaten.“ Dazu gehörten Einbruch, Diebstahl, Körperverletzung oder Misshandlungen in der Familie. Schwere Kapitalverbrechen dagegen sind selten.

Mord und Totschlag auf den Inseln sorgen zwar regelmäßig für Entsetzen - jedoch nur in vielen Ostfriesland-Krimis. Titel wie „Morden im Norden“, „Das Teekomplott“ oder „Der Fluch der goldenen Möwe“ faszinieren inzwischen bundesweit eine große Leserschaft. Da wird von Borkum bis Wangerooge gemeuchelt, geschossen und gewürgt. Wenn die Täter nicht im Schlick versinken oder mit der Fähre ans Festland entwischen, dann erwischt sie ein kauziger Kommissar oder eine clevere Ermittlerin irgendwo zwischen Strand, Dünen und Inseldorf.

In der Wirklichkeit geht es meistens friedlicher zu. So zählen der Totschlag an einem 69 Jahre alten Gastronomen 2010 auf Norderney oder der gewaltsame Tod 2013 einer Saisonarbeiterin auf Juist zu den absoluten Ausnahmen im Polizeialltag. In diesen Fällen kommt Kripo-Verstärkung vom Festland.

Im Normalfall wachen ein bis zwei Beamte auf den kleineren Inseln wie Spiekeroog mit 800 Einwohnern. Über die größere Insel Norderney, wo rund 6000 Menschen leben, streifen dagegen mehrere Polizisten. Arbeiten, wo andere Urlaub machen, ist aber offenbar nicht der größte Wunsch in Polizeikreisen: Die beiden Dauerstellen auf Langeoog und Spiekeroog sind seit November nur mit Vertretungen besetzt.

„Das Festland ist weit weg. Wer es mehr städtisch mag, findet im Winter vielleicht nur ein eingeschränktes kulturelles Angebot“, vermutet Kahmann als Grund für eine überschaubare Zahl von Bewerbern. Dienstfahrrad und eine kleine Dienstwohnung sind nicht genug Anreiz, wenn etwa auch der Lebenspartner mit auf die Insel ziehen und dort arbeiten soll oder Kinder einen Schulplatz brauchen.

Wer aber die richtige Insel gefunden hat, bleibt lange: Auf der kleinsten ostfriesischen Insel Baltrum mit sechseinhalb Quadratkilometern und weniger als 500 Einwohnern hat Inselsheriff Reiner schon sieben Dienstjahre zusammen. Sein Vorgänger war sogar 40 Jahre auf dem Außenposten. „Der hieß auch Reiner“, erinnert sich  der Ratsvorsitzende Edzard Meyer „Als sein Nachfolger kam, mussten wir uns nicht mal umstellen.“

dpa

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