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Panorama Mutter des Doppelmörders hat "nichts gewusst"
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07:43 14.12.2015
Ein Foto, Plüschtiere und Kerzen erinnern an den ermordeten Elias. Quelle: Ralf Hirschberger
Kaltenborn

Warum nur? Die Mutter des mutmaßlichen Täters in den Mordfällen Mohamed (4) und Elias (6) hat keine Erklärung für das Verhalten ihres Sohnes. "Da sind so viele Warums, auf die ich keine Antworten habe. Das Ganze lässt sich nicht erklären", sagte die 53-Jährige in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Als  der 32-Jährige auf Nachfrage zugegeben habe, im Fall Mohamed der Gesuchte zu sein, habe sie wissen wollen warum. "Aber er konnte mir das nicht erklären. Er sagte nur, er habe das nicht geplant."

Der Flüchtlingsjunge Mohamed wurde Anfang Oktober in Berlin vom Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) entführt und einen Tag danach umgebracht. Der 32-jährige Tatverdächtige mit Namen Silvio S. gestand, den Jungen missbraucht und getötet zu haben. Später gab er zu, auch den seit Juli in Potsdam vermissten Elias umgebracht zu haben. Auch bei dem Sechsjährigen seien sexuelle Motive im Spiel gewesen, gaben die Ermittler bekannt.

"Kein Kindergeschrei, kein Fußgetrappel. Nichts."

Sie verstehe nicht, warum sie nichts von Mohamed, den Silvio mit in sein Elternhaus brachte, mitbekommen habe. "Kein Kindergeschrei, kein Fußgetrappel. Nichts. Ich hätte auch erwartet, dass unser Hund anschlägt. Gar nichts."

Der Polizei gestand der mutmaßliche Mörder, er habe zuerst mit Mohamed ferngesehen, dann seien sie eingeschlafen. Am nächsten Tag habe er ihn missbraucht und mit Chloroform, das er im Internet bestellt hatte, betäubt, weil das Kind gequengelt habe. Später habe er ihn erdrosselt. Die Leiche des Jungen versteckte Silvio S. in einer Plastikwanne – er schüttete Katzenstreu über den kleinen Körper.

"Ich habe davon nichts gewusst"

Auf dem Rechner des Tatverdächtigen sehen  die Ermittler schließlich, dass er in Chatforen für Kinder verkehrte, in seinem Schrank finden sie Jungen- und Mädchenkleidung. "Ich habe davon nichts gewusst", sagt die Mutter dazu. Silvio sei erwachsen gewesen, sie habe die Sachen ihres Sohnes nicht durchsucht.

Sie denke oft an die Familien der Jungen, erzählte die Mutter weiter. "Mir tut es in der Seele weh, dass sie ihre Kinder verloren haben. Und das noch auf eine Weise, die nicht auszuhalten ist", sagte die Frau, die mit ihrem Mann (73) im brandenburgischen Kaltenborn lebt. Sohn Silvio hatte eine Wohnung im Obergeschoss des Elternhauses. Er ist ledig und hat keine Kinder.

"Ich verdiene kein Lob"

Nach der wiederholten Veröffentlichung von Fahndungsbildern erkannte die 53-Jährige Ende Oktober ihren Sohn und rief die Polizei. "Ich verdiene kein Lob", sagte sie dazu. Ihr Sohn hätte sich ohnehin gestellt, glaubt sie. In ihrem Dorf erfahre sie seitdem – anders als erwartet – viel Unterstützung. "Einige bleiben auf der Straße einfach stehen und nehmen mich in den Arm." Nach Angaben des "Spiegel" war es das erste und einzige Mal, dass die Mutter von Silvio S. öffentlich über den Vorfall gesprochen hat.

Der mutmaßliche Doppelmörder sitzt seit Ende Oktober in Untersuchungshaft in Brandenburg/Havel. Ein Psychologe prüfe derzeit die Schuldfähigkeit von Silvio S., teilte die Potsdamer Staatsanwaltschaft zuletzt mit.

Von Alexandra Stahl

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