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Panorama Mörder von Dennis erschien nicht zur Speichelprobe
Mehr Welt Panorama Mörder von Dennis erschien nicht zur Speichelprobe
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17:58 19.04.2011
Quelle: dpa

Das sagte der Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft, Wilhelm Möllers, am Dienstag. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitung „Die Welt“ (Mittwoch). Nach Ansicht der Anklagebehörde konnte der 40 Jahre alte Pädagoge Martin N. nicht zu einer Speichelprobe gezwungen werden: „Die gesetzlichen Voraussetzungen zur zwangsweise Entnahme lagen nicht vor.“

Der am vergangenen Mittwoch in Hamburg gefasste Mann gestand bislang drei Morde an Kindern und rund 40 Missbrauchsfälle.

Es habe damals „keine tragfähige Grundlage für die Annahme von Wiederholungsgefahr“ gegeben, erklärte Möllers. Martin N. sei nur in einem Verfahren verurteilt worden, diese Tat habe „keinen Jugendschutzbezug“ gehabt, und laufende Ermittlungen gegen ihn habe es damals nicht gegeben.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat insgesamt drei Verfahren gegen den Mann geführt. Im Januar 2005 erhob die Behörde Anklage wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von zwei sechs und acht Jahre alten Jungen. Der Pädagoge sollte sie in seiner Hamburger Wohnung minutenlang am Bauch gestreichelt haben. Das Amtsgericht Hamburg-Harburg stellte das Verfahren jedoch im April 2005 gegen Zahlung einer Geldauflage von 1800 Euro ein.

Wegen der versuchten Erpressung eines Sozialarbeiters aus Berlin wurde er dann allerdings verurteilt. Martin N. habe 20.000 Euro von dem Mann gefordert, berichtete Möllers - und gedroht, angeblich von dem Sozialarbeiter aufgenommene kinderpornografische Fotos dessen Arbeitgeber und den Ermittlungsbehörden zuzuspielen. Bei der geplanten Geldübergabe im Februar 2006 habe N. das Geldpaket aber nicht mitgenommen, weil er die observierenden Beamten bemerkt habe. Im Oktober 2006 wurde er zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Bei der Auswertung seines Computers wurden Kinderpornos bei dem Pädagogen entdeckt. Externe Sachverständige hätten in einer Datenbank rund 1000 sogenannte Vorschaubilder gefunden, die den Missbrauch von Jungen zeigen, sagte Möllers. Eine Software habe diese Datenbank aber „automatisch ohne Zutun des Nutzers“ erstellt - damit blieb der genaue Zeitpunkt der Beschaffung unklar. Weil eine Verjährung nicht auszuschließen war - eine solche Tat verjährt nach drei Jahren -, wurde das Verfahren im Dezember 2007 eingestellt. Die Anklagebehörde informierte darüber den damaligen Arbeitgeber des Pädagogen, eine evangelische Jugendhilfe in Hamburg.

Seitdem trat Martin N. bei der Hamburger Staatsanwaltschaft nicht mehr in Erscheinung. Anfang März dieses Jahres habe die Soko Dennis dann die Akten der Behörde angefordert, berichtete Möllers.

dpa

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