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16:48 06.02.2014
"Hereinspaziert": Warten gehört auch mit zu den Aufgaben der Miss-Germany-Kandidatinnen. Quelle: dpa
Rust

Der Laufsteg dient als Karriereleiter: Die Teilnehmerinnen der Wahl zur diesjährigen "Miss Germany" hoffen durch den Schönheitswettbewerb auf berufliche Perspektiven. Das Sprungbrett in die erste Reihe der Model- oder Medienbrache ist "Miss Germany" zwar nicht. Doch zumindest ein Türöffner, sagen die Veranstalter.

Die "Miss Germany 2014" wird am Samstag im Europa-Park im baden-württembergischen Rust gewählt. Es ist nach eigenen Angaben der älteste und bedeutendste Schönheitswettbewerb in Deutschland. Isabel Krämer aus Ronnenberg tritt ebenfalls an. Sie wurde im Januar zur Miss Niedersachsen gewählt.

"Ohne diese Miss-Wahl hätte ich keinen Einblick bekommen in eine Welt, von der viele Mädchen und junge Frauen träumen", sagt Anne Julia Hagen (23). Die Berlinerin ist vor vier Jahren zur schönsten Frau der Republik gewählt worden, ihre Amtszeit als "Miss Germany" dauerte ein Jahr.

Doch profitieren könne sie von ihr noch heute, sagt die junge Frau mit den blonden Haaren am Rande der Vorbereitungen. "Sie hat mich sicher gemacht im Auftreten sowie im Umgang mit Menschen und der Öffentlichkeit." Zudem konnte sie viele Kontakte gewinnen, die sie sonst nicht bekommen hätte, vor allem in die Welt der Mode und Medien. Hagen arbeitet heute als Fotomodel.

Die noch amtierende Miss Germany, Caroline Noeding aus Hannover, hat sich indes gerade mit Kritik an Schönheitswettbewerben hervorgetan. In einem Interview hatte sie sich kritisch über schönheitsoperierte Kandidatinnen geäußert, die sie bei der Miss-Earth-Wahl auf den Philippinen getroffen hatte.

Anne-Kathrin Kosch ("Miss Germany 2011") und Isabel Gülck ("Miss Germany 2012") arbeiten als Fernsehmoderatorinnen bei einem Verkaufssender, 2006-Siegerin Isabelle Knispel ist auf einer Schauspielschule in New York und Babett Konau, vor elf Jahren zur "Miss Gernmany" gekürt, hat es zur Chefin eines Schmuckladens geschafft. Die "Miss Germany 2009", Doris Schmidts, arbeitet inzwischen als Redakteurin bei einem People- und Modemagazin.

"Die jungen Frauen bekommen durch die intensive Vorbereitung, die es vor der Wahl gibt, das Handwerkszeug, das sie später auch im Beruf nutzen können", sagt Horst Klemmer (77). Der frühere Steuerberater aus Oldenburg in Niedersachsen organisiert die Wahlen zur "Miss Germany" seit 54 Jahren. "Der Dauerbrenner aller Castingshows ist die Miss-Wahl", sagt Klemmer. Weil Berufe vor der Kamera und auf der Bühne bei jungen Menschen hoch im Kurs stünden, gebe es für die entsprechenden Shows im Fernsehen und auch die Miss-Wahlen genügend Kanditinnen.

In diesem Jahr hatten sich bei "Miss Germany" 5450 Frauen beworben. Gewählt wird die "Miss Germany" seit 1927. Unter den Siegerinnen sind einige bekannte Namen: Prominenteste Siegerin früherer Wahlen ist wohl die spätere TV-Moderatorin Petra Schürmann (1933-2010). Sie wurde 1956 "Miss Germany" und im gleichen Jahr "Miss World".

1977 wurde Dagmar Wöhrl "Miss Germany". Heute sitzt sie für die CSU im Bundestag. 1993 erhielt die spätere Werbe-Ikone Verona Feldbusch (heute Pooth) den Titel. "Ihre Karriere müssen die Damen schon selbst anschieben, der Schönheitswettbewerb kann nur der Anstoß sein", sagt der frühere Fußballmanager und langjähriges Jury-Mitglied Reiner Calmund (65).

Auf dem Laufsteg und im Scheinwerferlicht könnten die Frauen auf sich aufmerksam machen. Gutes Aussehen alleine reiche dabei aber nicht. "Es kommt darauf an, was die Mädels unterm Pony haben, und nicht in der Bluse." Darauf werde er als Juror auch in diesem Jahr achten.

dpa

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