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Panorama Messe hinter Gittern
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00:16 02.03.2015
„Das wird gut, hoffe ich“: Die Informationsstände in der Sporthalle der JVA wollen den Häftlingen Perspektiven eröffnen. Quelle: Pid
Göttingen

Der 34-Jährige André K. bereitet sich bereits seit Längerem auf das Leben in Freiheit vor. An diesem Freitag bietet sich ihm dafür eine besondere Gelegenheit: Die Justizvollzugsanstalt veranstaltet eine Messe, um die Inhaftierten mit Angeboten vertraut zu machen, die sie auf ihrem Weg in die Freiheit unterstützen können. 20 Aussteller sind in das Gefängnis gekommen und haben in der anstaltseigenen Sporthalle ihre Infostände aufgebaut.

André K. geht zielstrebig auf den Stand der Agentur für Arbeit zu. Der 34-Jährige ist gelernter Zimmermann und Maurer. Nach seiner Entlassung will er jedoch nicht wieder auf dem Bau arbeiten. „Ich will aus meinem alten Dunstkreis heraus und ganz neu starten“, sagt er. Während der Haftzeit hat er unter anderem in der Anstaltsküche gearbeitet. Jetzt will er diese Erfahrungen nutzen und sich zum Koch umschulen lassen. Er erkundigt sich am Informationsstand, was er tun muss, um einen sogenannten Bildungsgutschein zu bekommen. Dieses Dokument ist deshalb für ihn wichtig, weil darin bescheinigt wird, dass die Voraussetzungen für eine staatliche Förderung einer beruflichen Weiterbildung vorliegen.

Bildungsgelegenheit für Inhaftierte

Insgesamt nutzen an diesem Tag 65 Gefangene und Sicherungsverwahrte die Gelegenheit, sich über Beratungs- und Hilfsangebote zu informieren. Das Spektrum der Aussteller reicht von Bildungseinrichtungen über Behörden und Institutionen, die bei der Arbeits- und Wohnungssuche helfen, bis hin zu Suchtberatungsstellen und ambulanten Hilfseinrichtungen.

Im Vorjahr hatte die Justizvollzugsanstalt Rosdorf bereits eine ähnliche Messe veranstaltet, die auf eine große Resonanz stieß. „Wir haben sowohl von den Gefangenen als auch von den Ausstellern nur positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Anstaltsleiterin Regina Weichert-Pleuger. Die Messe biete den Gefangenen die Möglichkeit, selbst direkten Kontakt zu verschiedenen Institutionen aufzunehmen.

André K. hätte sich am liebsten gleich einen Bildungsgutschein aushändigen lassen. Der Vertreter der Agentur für Arbeit habe jedoch kein entsprechendes Dokument dabeigehabt, sagt er. Dafür hat sich der 34-Jährige am Infostand ein Lexikon der Ausbildungsberufe eingesteckt. Für seine Mitgefangenen, die noch nicht so genau wissen, wie sie ihr Leben in Freiheit gestalten wollen. Er ist da schon deutlich weiter. Und er ist optimistisch, dass sein Neustart klappt: „Das wird gut, hoffe ich.“

Von Heidi Niemann

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