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Panorama Mann wegen Anmache auf der Straße verurteilt
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19:19 19.12.2018
Die 20-jährige Niederländerin Noa Jansma hat einen Monat lang jeden Mann fotografiert, der ihr auf der Straße hinterhergerufen hat. Quelle: instagram.de/catcaller (Screenshot)
Rotterdam

Erstmals hat ein niederländisches Gericht einen Mann für die Belästigung von Frauen auf der Straße schuldig gesprochen. Der 36-Jährige wurde am Mittwoch in Rotterdam zu einer Strafe von 200 Euro verurteilt. Der Mann hatte mindestens acht Frauen mit Gesten und Zurufen belästigt. Einigen von ihnen war er hinterhergelaufen und hatte Kusshände zugeworfen. Seit 2018 ist Belästigung auf der Straße in Rotterdam strafbar.

Weil er den Frauen gefolgt war, hat er sich strafbar gemacht

Der Richter ging in seinem Urteil ausführlich auf die Grenze der Meinungsfreiheit ein. Rufe wie „Hallo schöne Frau“ oder „Hallo Schätzchen“ seien erlaubt. Doch weil der Angeklagte den Frauen auch gefolgt war oder ihnen Kusshände zuwarf, hat er sich dem Urteil zufolge strafbar gemacht.

Der Mann hatte beteuert, dass er die Frauen nicht habe bedrohen wollen. Er habe eine Freundin haben wollen, sagte er dem Richter. „Ich habe das als Kompliment gemeint.“

Immer mehr Frauen wehren sich gegen anzügliche Bemerkungen

Auch Amsterdam untersagt die Belästigung auf der Straße. Dort wurde bislang aber kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Allerdings wehren sich die Frauen auch hier gegen anzügliche Bemerkungen. So hatte es die damals 20-jährige Studentin Noa Jansma aus Amsterdam satt, sich so wehrlos zu fühlen. Statt wie gewohnt weitergehen und jedes Mal so zu tun, als hätte sie nichts gehört, zückte sie fortan ihr Handy und bat die Männer um ein Selfie. Die Fotos veröffentlichte sie auf ihrem Instagram-Account „dearcatcallers“. „Catcalling“ ist der englische Ausdruck für anzügliche Sprüche, die Frauen auf der Straße hinterhergerufen werden. Sie setzte ihrem Projekt die Frist von einem Monat. In diesem kamen über 30 Fotos zustande - mehr als 45.000 Menschen folgen dem Account nun. Das Kuriose: Die Männer ließen sich bereitwillig fotografieren.

Frankreich ist nicht das einzige europäische Land, in dem Catcalling unter Strafe steht. Auch in Belgien, Portugal oder den Niederlanden sind verbale Belästigungen auf der Straße mittlerweile illegal.

„Catcalling“ hat negative Folgen für die Frauen

Wer in Deutschland jemandem einen Stinkefinger zeigt, kann dafür angezeigt werden. Auch verbale Beleidigungen sind nach Artikel 185 des Strafgesetzbuches verboten. Wer sich nicht daran hält, kann angezeigt werden und dann droht meist eine Geldstrafe. In Deutschland sind anzügliche Kommentare kein eigener Straftatbestand. Voraussetzung für sexuelle Belästigung ist „sexuell bestimmter“ Körperkontakt. Dabei sind die negativen Folgen des Catcallings wissenschaftlich belegt. Eine Studie der Universität Melbourne aus dem Jahr 2017 besagt, dass anzügliche Kommentare dem Selbstwertgefühl der Menschen schadet, an die sie gerichtet sind.

Von dpa/RND

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