Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Meisterdieb führt Polizei an der Nase herum
Mehr Welt Panorama Meisterdieb führt Polizei an der Nase herum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 16.04.2016
Perfekt getarnt: Der gesuchte Meisterdieb kennt jede Überwachungskamera und ist bisher noch nie überführt worden. Quelle: dpa
London

Die britische Hauptstadt hat viele exklusive Wohngegenden. Knightsbridge etwa oder Hampstead, wo selbst bescheidene Villen einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Londons Meisterdieb jedoch hat ein Viertel im Südwesten der Stadt zu seinem Revier erklärt: Wimbledon, das Mekka des Tennissports, der Wohnort von Reichen und Superreichen. Seit zehn Jahren macht er hier die Gegend unsicher, mehr als 200 Einbrüche gehen auf sein Konto. Auf rund 10 Millionen Pfund schätzt die Polizei seine bisherige Beute – und es sieht nicht danach aus, als ob er sich bald zur Ruhe setzen wollte.

Der „Wimbledon Prowler“ wird er genannt, der Schleicher von Wimbledon, weil er katzengleich im Schutz der Nacht auf seine Beutezüge geht, leise, unerkannt und nicht zu fassen. 2006 begann die Einbruchserie. Typischerweise besucht der Meisterdieb seine Zielobjekte mehrfach, späht Alarmsysteme aus und knackt Schlösser. Oft nimmt er zuerst nur kleine Sachen mit – hier einen Ring vielleicht, dort etwas, aber nicht alles Bargeld aus einer Brieftasche. Spuren des Einbruchs gibt es nicht, wer etwas vermisst, mag denken, es war die Putzfrau. Wenn der „Wimbledon Prowler“ zum letzten Mal kommt, dann ist das allerdings nicht mehr zu übersehen. Eine Familie verlor einen Safe, in dem sich eine halbe Million Pfund an Juwelen befunden haben soll.

Dieb plant seine Beutezüge akribisch

Der Mann plant seine Beutezüge methodisch, führt sie akribisch aus und hat Glück. In den zehn Jahren seiner Tätigkeit ist er ein dutzendmal überrascht, aber niemals gefasst worden. Aufnahmen von ihm gibt es reichlich. Doch er weiß stets, wo die Überwachungskameras montiert sind, trägt einen Fischerhut und hält sich die Hand vors Gesicht, wenn er an den Kameras vorbeiläuft.

Zu seinen Opfern gehört auch Boris Becker. Der deutsche Tennisstar, der Wimbledon zu seiner zweiten Heimat gemacht und sich dort eine Villa gekauft hat, ist mehrmals überfallen worden. „Es ist, als ob mir meine Freiheit genommen wäre“, klagte seine Ehefrau Lilly, „ich kann mein Wohnzimmer nicht mehr genießen, weil es zum Garten hinausgeht, durch den er ein paarmal gekommen ist.“ Die Beckers haben jetzt neue Alarmanlagen eingebaut und ihr Heim in eine Festung verwandelt. Ein anderes berühmtes Opfer ist der Fußballer Nicolas Anelka. Er hatte den Einbrecher auf frischer Tat ertappt und jagte ihn durch seinen Garten. Zu peinlich für den damaligen Premier-League-Fußballer, dass der Meisterdieb schneller war. Und was tut die Polizei? Wohl ihr Möglichstes, aber es bringt nicht viel. Eine Taskforce von 30 Beamten ist dem Täter auf der Spur. Bisher vergebens. Man hat Polizisten nächstens in Bäumen sitzen und in Gartenhütten lauern lassen, um ihm auf die Schliche zu kommen. Kommissar Dan O’Sullivan, der die Taskforce leitet, hat die Öffentlichkeit zur Mithilfe aufgerufen. „Jemand muss diesen Mann kennen“, sagte er, „er ist offensichtlich viele Stunden in der Nacht nicht zu Hause. Das kann doch vor Familie und Freunden nicht unbemerkt bleiben.“

Wenig weiß man über ihn: Er soll Mitte dreißig und mittlerer Körpergröße sein, heißt es. Athletisch, organisiert und diszipliniert. Vielleicht ein Ex-Soldat, wahrscheinlich vertraut mit polizeilichen Ermittlungsmethoden. O’Sullivan weiß, dass er es mit einem Experten zu tun hat. „Im Königreich reicht keiner an ihn heran, weder, was die Länge der Serie noch die Höhe der Beute angeht.

Von Jochen Wittmann

Ab sofort können die Amerikaner Gewehre und Pistolen bequem vom Sofa aus bestellen, sogar rund um die Uhr: In den USA gibt es einen neuen Teleshopping-Sender – nur für Waffen und Munition. 

Stefan Koch 15.04.2016

Ein Obdachloser rettete Michel Flamants Leben. Zum Dank verkauft er dem armen Mann nun seine Bäckerei – zum Preis eines Baguettes, also für nur einen Euro. Für beide ist es der Beginn eines neuen Lebens.

12.04.2016

Zwei Monate nach dem Zugunglück von Bad Aibling haben die Ermittler neue Erkenntnisse: Demnach war der Fahrdienstleiter durch ein Computerspiel auf seinem Handy abgelenkt, kurz bevor die beiden Züge zusammenstießen und elf Menschen starben. Der Mann wurde deshalb festgenommen.

12.04.2016