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Panorama Leichen der Ceausescus in Bukarest exhumiert
Mehr Welt Panorama Leichen der Ceausescus in Bukarest exhumiert
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18:48 21.07.2010
Ob der Diktator Nicolae Ceausescu tatsächlich auf dem Bukarester Friedhof lag, wollten seine Kinder nicht glauben - am Mittwoch wurde nun seine Leiche und die seiner Frau exhumiert. Quelle: ap

Fast 21 Jahre nach dem Sturz des Regimes in Rumänien sind am Mittwoch die sterblichen Überreste von Diktator Nicolae Ceausescu und dessen Frau exhumiert worden. Gerichtsmediziner entnahmen bei den Leichnamen des früheren Machthabers und seiner Frau Elena Gewebeproben, um deren Identität festzustellen. Anschließend wurden sie sofort wieder bestattet.

Das Paar liegt auf dem Bukarester Ghencea-Friedhof begraben - in zwei mehrere Meter voneinander entfernten Gräbern. Viele Schaulustige versammelten sich am Eingang des Friedhofs, der jedoch während der Exhumierung von der Polizei streng abgeschirmt wurde.

Ceausescus einziges noch lebendes Kind, Valentin Ceausescu (62) und der Schwiegersohn des Diktators, Mircea Oprean, hatten die Exhumierung verlangt. Sie bezweifeln, dass dort tatsächlich ihre Verwandten begraben liegen. Ein Gericht in der Hauptstadt hatte der Überprüfung schon 2008 zugestimmt.

Oprean, der bei der Exhumierung dabei war, sagte, dass sich in Ceausescus Sarg nur noch Knochen und Kleider befänden. Er habe allerdings die bekannte Lammfellmütze des Diktators gesehen. Die Mütze hatte der damals 71-Jährige während des Schnellverfahrens und bei seiner Erschießung getragen. Sogar in der Hose Ceausescus seien Einschusslöcher gewesen.

Er sei relativ sicher, dass es sich tatsächlich um die Leiche seines Schwiegervaters handele, sagte Oprean. Letzte Gewissheit werde aber erst die DNA-Analyse bringen. Die Familie plane eine neue Beerdigung an einem anderen Ort. Gerichtsmediziner sagten, dass Elenas Überreste stärker verwest seien als jene ihres Mannes, so dass dort die Prüfung der biologischen Substanzen schwieriger sei.

Ceausescu hatte neben dem jüngsten Sohn Valentin (62) noch die Tochter Zoe (1950-2006) und den ältesten Sohn Nicu (1951-1996). Alle drei hatten von jeher Zweifel an der „Echtheit“ der Gräber. Zoe hatte sich daher zeitlebens geweigert, das Grab zu besuchen. Von der Beerdigung am 25. Dezember 1989 gibt es keine Dokumente. Auch fehlt ein schriftlicher Beleg im Militärarchiv. Die Beisetzung der Ceausescus während blutiger Straßenkämpfe hatte die Armee nach bisherigen Erkenntnissen in aller Eile und unter Geheimhaltung organisiert.

Unterdessen bekräftigte der damalige Chef der Gerichtsmedizin, Vladimir Belis, dass er am 30. Dezember 1989 die Sterbeurkunde der Ceausescus unterschrieben habe - allerdings ohne die Leichen gesehen zu haben. Dies habe der stellvertretende Verteidigungsminister Victor Athanasie Stanculescu von ihm verlangt. Ihm seien nur von zwei Militärärzten unterschriebene Totenscheine vorgelegt worden, sagte Belis. Stanculescu war enger Vertrauter der Ceausescu-Familie.

Sein Gesinnungswandel hatte zum Erfolg des Umsturzes geführt. Jetzt sitzt Stanculescu im Gefängnis. Er war 2008 zu 15 Jahren Haft wegen Repressalien gegen Aufständische verurteilt worden, die er befohlen haben soll.

dpa

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