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Panorama Falsche Polizisten zocken immer mehr Bürger ab
Mehr Welt Panorama Falsche Polizisten zocken immer mehr Bürger ab
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07:44 20.02.2017
Falsche Polizisten richten in Niedersachsen hohen Schaden an. Quelle: dpa
Hannover

Die Polizei warnt immer öfter vor falschen Kollegen: Beinahe täglich rufen Polizeipressestellen in Niedersachsen die Bürger zur Vorsicht auf. Jetzt warnt auch das Landeskriminalamt (LKA) vor falschen Ermittlern, die vorwiegend ältere Menschen mit unterschiedlichen Methoden ausplündern wollen. Nicht selten haben sie dabei Erfolg.„Die Zahl der Betrugsversuche durch angebliche Ermittlungsbeamte hat zuletzt in ganz Niedersachsen zugenommen“, sagt LKA-Sprecherin Stephanie Weiß. Die Täter tauchten zum Teil mit gefälschten Dienstausweisen persönlich an der Tür auf, so etwa vor einer Woche in Stade. Sie wollten sich Wohnungen ansehen, um etwas für den Einbruchschutz zu tun, behaupteten die falschen Beamten. In Hameln gaben vermeintliche Polizisten an, Hausbewohner vor falschen Stromablesern warnen zu wollen.

Zumeist versuchen die Gauner aber am Telefon, die möglichen Opfer unter Vorwänden zur Herausgabe von Geld, Wertgegenständen oder sensiblen Kontodaten zu bewegen. In Moringen im Kreis Northeim und Bückeburg im Kreis Schaumburg zum Beispiel wurden zuletzt eine Vielzahl von Menschen von angeblichen Polizisten telefonisch dazu gedrängt, Angaben zu ihren persönlichen Verhältnissen zu machen. Sie sollten Details zu ihren Lebensumständen und ihren Vermögensverhältnissen nennen. Andere Tatorte waren Langelsheim im Kreis Goslar, Göttingen, Melle bei Osnabrück, Varel bei Wilhelmshaven oder der Landkreis Verden.

Betrüger manipulieren die eigene Telefonnummer

In vielen Fällen manipulierten die Täter die eigene Rufnummer so, dass bei den Angerufenen im Display des Telefons eine vermeintliche Polizeinummer erscheint, beispielsweise der Notruf „110“, berichtete die LKA-Sprecherin.
Dann fragen die angeblichen Polizisten nach Kontodaten oder erklären, Kollegen kämen vorbei, um im Zusammenhang mit Verbrechen Geld oder Schmuck für Untersuchungen vorübergehend sicherzustellen. In der Region Hannover ließen die Betrüger sogar wiederholt die Telefonnummer des Landeskriminalamtes auf dem Display der Angerufenen erscheinen.

Vielfach bleibe es zwar beim Betrugsversuch, sagt LKA-Sprecherin Weiß. Die falschen Polizisten haben mit ihrer Masche aber auch immer wieder Erfolg. So wurde jüngst eine 86-Jährige aus Hannover-Kirchrode um ihre Ersparnisse gebracht.  Eine 89-jährige Oldenburgerin übergab den Gaunern arglos Geld und Schmuck im Wert von 10 000 Euro. Um ihre Opfer zur Herausgabe der Wertgegenstände zu bewegen, berichten die falschen Polizisten gerne von angeblichen Einbrüchen in der Nachbarschaft. Zum Schutz der Angerufenen wollen sie dann prüfen, ob diese im Besitz von wertvollen Dingen sind.

Das rät die Polizei

  • Machen Sie am Telefon keine Angaben zu ihren Vermögensverhältnissen, Kontoverbindungen oder anderen persönlichen Daten - Polizeibeamte stellen diese Fragen nie am Telefon.
  • Gehen Sie in keinem Fall auf Geldforderungen oder die Übergabe von Wertgegenständen ein.
  • Überprüfen Sie sorgfältig Polizeiausweise und fragen im Zweifel bei ihrer örtlichen Dienststelle nach. Lassen Sie keine Fremden in Haus oder Wohnung.
  • Setzen Sie sich mit ihrer örtlichen Dienststelle in Verbindung, wenn Sie einen Anruf von einem mutmaßlichen Polizisten erhalten haben oder wählen Sie den Notruf.

Echte Polizisten würden sich am Telefon aber niemals nach solchen Dingen erkundigen, sagt Matthias Auer von der Polizei Bückeburg. Die Polizei rufe auch nie unter der Notfallnummer 110 an. Wenn diese Kennung im Display auftauche, handle es sich garantiert um einen Betrugsversuch. Dirk Schubert, der bei der Polizeiinspektion Northeim/Osterode für Kriminalprävention zuständig ist, rät dringend davon ab, am Telefon persönliche Daten preiszugeben.

Die Gauner, die ihre Telefongespräche nach LKA-Angaben größtenteils aus dem Ausland führen, beschränken sich bei ihren Betrügereien nicht auf Niedersachsen. Auch in den angrenzenden Bundesländern registriert die Polizei regelmäßig ähnliche Fälle. So wurden kürzlich in Paderborn (Nordrhein-Westfalen) mindestens zehn Einwohner von angeblichen Kriminalbeamten angerufen. Ähnlich war es in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) oder Eschwege (Hessen), wo vor allem ältere Frauen angerufen wurden.

Mit noch einer anderen Polizeimasche schröpften mehrere Männer jüngst bei Salzgitter einen Autofahrer: Sie fuhren mit einem Wagen vor dessen Fahrzeug, schalteten eine Leuchte mit der Aufschrift „Stop Polizei“ ein und zwangen ihn so zum Anhalten. Dann kassierten sie für einen angeblichen Verkehrsverstoß 50 Euro, nahmen dem Opfer dessen Autoschlüssel ab und fuhren davon.

Die Täter tauchten entweder mit gefälschtem Dienstausweisen an der Tür auf oder versuchten am Telefon, ihre Opfer unter Vorwänden zur Herausgabe von Geld, Wertgegenständen oder sensiblen Kontodaten zu bewegen. Vielfach bleibe es zwar beim Betrugsversuch, sagte die LKA-Sprecherin. Bisweilen seien die Kriminellen aber auch erfolgreich.Eine 89-jährige Oldenburgerin übergab Gaunern arglos Geld und Schmuck im Wert von 10.000 Euro.

dpa/frs

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