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Panorama Kuriose Tiergeschichten: Kuh auf dem Dach und Kamele vor dem Discounter
Mehr Welt Panorama Kuriose Tiergeschichten: Kuh auf dem Dach und Kamele vor dem Discounter
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13:44 24.12.2018
Im Jahr 2018 war tierisch viel los. Quelle: dpa/Archiv
Karlsruhe

Ihre Geschichten gehen oft richtig zu Herzen: Tiere erleben – meist unfreiwillig – allerhand. Auch dieses Jahr steckte wieder voller animalischer Ereignisse: mal berührend, mal einfach nur lustig. Eine Übersicht über das tierische Deutschland 2018:

„Hilfe, ich werde verfolgt!“ Ein kleines Eichhörnchen heftet sich im August in Karlsruhe hartnäckig an die Fersen eines Mannes, der daraufhin die Polizei ruft. Es stellt sich heraus, dass das Tier aus einem Nest gefallen und dem Mann aus schierer Not gefolgt war. Das auf den Namen Pippilotta getaufte kleine Tiermädchen mit dem feuerroten Fell wird aufgepäppelt und schließlich ausgewildert.

Ein Eichhörnchen. Quelle: Britta Pedersen/dpa

Ein hungriger Siebenschläfer schlüpft im Oktober in Heimsheim (Enzkreis) durch eine offene Terrassentür in ein Haus und macht sich dort über Essvorräte in der Küche her. Die Hausbesitzerin ruft wegen des Krachs die Polizei: Statt eines Diebes entdecken die Beamten den kleinen Nager. Er war auf den Küchentisch gesprungen und mampfte dort aus einer Packung Cornflakes.

Ein Siebenschläfer im Enzkreis entdeckte seine Vorliebe für Cornflakes. Quelle: Tilgner/dpa

Was wollte sie da denn bloß? Eine ausgebüxte Kuh marschiert Anfang September in Maichingen bei Sindelfingen (Baden-Württemberg) auf das Dach einer Garage und will partout nicht weichen. Schließlich wird die schwergewichtige Dame per Blasrohr betäubt. Bevor sie allzu benommen ist, marschiert sie aber selber wieder runter vom Dach und legt sich dann erstmal aufs Ohr.

Eine entlaufene Kuh steht auf einem Garagendach. Quelle: Dettenmeyer/SDMG/dpa

In misslicher Lage befindet sich auch ein Waschbär, der im April in Rudersberg (Baden-Württemberg) am Blitzableiter eines Hausdachs hängen bleibt. Die Feuerwehr muss anrücken, der Waschbär plumpst daraufhin von selbst vom Dach und läuft erschrocken davon.

Ein Waschbär hängt am Blitzableiter eines Hausdachs fest. Quelle: Lermer/SDMG/dpa

Ein Igel unterschätzt seine Leibesfülle und bleibt im Juli in Forst (Kreis Karlsruhe) zwischen den Gitterstäben eines Metallzaunes stecken. Mit einem Bolzenschneider schneidet die alarmierte Feuerwehr einen Gitterstab ab und befreit ihn. Der Igel setzt seine nächtliche Tour unverletzt fort.

Einen Igel musste die Feuerwehr retten. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Sieben Kamele versammeln sich im November nächtens in Celle vor der Filiale einer großen Discounter-Kette. Autofahrer auf der angrenzenden Bundesstraße 3 sehen die Tiere auf dem Parkplatz des Lidl-Marktes und verständigen die Polizei. Keine Fata Morgana: Die Kamele entpuppen sich als höchst real, wie die Beamten feststellen. Die Tiere waren aus einem Zirkus entwischt.

Sieben Kamele stehen vor der Filiale einer großen Discounter-Kette in Celle. Quelle: Polizei Celle/dpa

Er maunzt so lange herzerweichend um Hilfe, bis Rettung kommt: Kater Jimmy aus Bretten (Kreis Karlsruhe) wird bei Bauarbeiten an einem Rohbau versehentlich unterhalb einer Garage eingeschlossen. Die Besitzer suchen ihn fast zwei Wochen, bis Anwohner Ende Juli auf die Laute des Tieres aufmerksam werden, die Polizei rufen und Jimmy in dem Hohlraum des Garagenfundamentes geortet wird. Arbeiter meißeln den Beton wieder auf – endlich Tageslicht für Jimmy. Abgemagert, aber unversehrt schließen ihn seine Besitzer in die Arme.

Der zwei Wochen lang eingemauerte Kater Jimmy liegt nach seiner Rettung bei seinem Haltern auf dem Sofa. Quelle: Dieter Taubert/dpa

Aber auch viel kleinere Tiere jagen Menschen im Südwesten einen gehörigen Schrecken ein: Auf einem Gemeindefest in Weingarten bei Karlsruhe werden 18 Besucher von einem Hornissenschwarm angegriffen und verletzt. 13 müssen ins Krankenhaus. Der Grund der plötzlichen Attacke ist nicht ersichtlich. Wahrscheinlich ist den Tieren die Feierei einfach zuviel.

Eine Hornisse: Die Tiere können gefährlich werden, stellten Besucher eines Gemeindefestes schmerzvoll fest. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das wohl dramatischste Schicksal widerfährt zwei ungeborenen Rehkitzen, die bei einem Unfall im Mai aus dem Bauch ihres Muttertiers herausgerissen werden. Die Ricke verendet im Straßengraben nahe Monheim (Landkreis Donau-Ries). Der alarmierte Jagdpächter nimmt die auf so schreckliche Art zur Welt gekommenen Rehzwillinge mit und bringt sie bei Werner Frank unter. Der Ziehvater bietet ihnen Platz im Garten und päppelt die Kitze auf.

Werner Frank füttert die zwei Rehkitze „Daisy“ und „Pepper“. Quelle: Stefan Puchner/dpa

Hilfsbereite Polizisten retten einen umherirrenden Igel von einer Straße im oberpfälzischen Schwandorf. Sein Köpfchen steckt in einem Einwegbecher fest. Auf der Suche nach etwas Essbarem tappt der Igel wohl in die Falle und kann sich nicht selbst befreien. Die Polizisten eilen dem Igel im Mai zu Hilfe, und das Tier kann seinen Weg unbeschadet fortsetzen.

Kopf eines Igels steckt im Plastikbecker fest: Ein Fall für die Polizei. Quelle: picture alliance / dpa

Rettung brauchen auch zwei Kühe: Regina aus dem Allgäu stürzen Ende Mai wohl beim Grasen in ein sechs Meter tiefes Loch in einer Wiese in der schwäbischen Gemeinde Halblech. Fünf Tage später entdeckt ein Urlauber das Rind durch Zufall. Mit einem Bagger erweitert Besitzer Markus Grieser das Loch und befreit die Kuh mit einer Seilwinde und Schlingen.

Landwirt Markus Grieser steht mit seiner Kuh Regina auf einer Weide. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Hoch hinaus will auch Flöckchen: Die Ziege war vor zwei Jahren beim Ausladen an einem Schlachtbetrieb davongelaufen und lebt seitdem wild in einem Steinbruch im unterfränkischen Landkreis Miltenberg. Im April wird die Geiß von der Bergwacht gerettet, nachdem sie eine Woche lang auf einem Felsvorsprung festhing. Flöckchen lebt jetzt auf einem Gnadenhof in der Region.

Die weiße Hausziege Flöckchen steht in einem steilen Steinbruch in einem Naturschutzgebiet auf einem Vorsprung. Quelle: Florian Bofinger/Bergwacht Miltenberg/dpa

Apropos Essen: Auf der Suche nach einem Leckerli löst ein Hund im unterfränkischen Alzenau (Landkreis Aschaffenburg) beinahe einen Küchenbrand aus. Der Vierbeiner will im März wohl an die Nascherei in einer Plastikschüssel auf dem Küchenherd und schaltet „irgendwie“ die Platte ein. Die Bewohnerin werden durch einen beißenden Geruch auf das Geschehen aufmerksam. Sie schaltet den Herd aus und bringt ihre Haustiere ins Freie. Das blieb nicht ganz folgenlos: Frauchen erleidet eine leichte Rauchgasvergiftung.

Von RND/dpa