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Panorama Krankenpfleger soll aus Langeweile getötet haben
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12:24 11.09.2014
Der Angeklagte war für eine ähnliche Tat 2008 bereits zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt worden. Seitdem sitzt er im Gefängnis. Quelle: dpa
Oldenburg

Ein ehemaliger Krankenpfleger steht seit Donnerstag wegen dreifachen Mordes in Oldenburg vor Gericht. Die Staatsanwältin warf dem Mann vor, Patienten in einem Krankenhaus in Delmenhorst falsche Medikamente verabreicht und dabei in Kauf genommen zu haben, dass sie daran starben. Drei Menschen überlebten nicht. Bei zwei weiteren konnte nicht sicher festgestellt werden, ob sie an Herzrhythmusstörungen durch das falsche Medikament oder an ihrer Vorerkrankung starben, wie die Staatsanwältin sagte.

Sie warf dem 37-Jährigen Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründe vor. Sein Motiv sei unter anderem Langeweile gewesen. Der Angeklagte war für eine ähnliche Tat 2008 bereits zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt worden. Seitdem sitzt er im Gefängnis.

Die neuen Ermittlungen waren von einer Anzeige der Tochter einer gestorbenen Frau ausgelöst worden. Sie hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen der Berichterstattung über den ersten Prozess Verdacht geschöpft, weil ihre Mutter in der Klinik plötzlich gestorben war.

dpa

Hintergrund:

Mord und Totschlag gibt es auch im Krankenhaus. Die Motive der Täter bleiben oft im Dunkeln. Einige Fälle:

  • 2014: Am Münchner Universitätsklinikum wird Ende Juli eine Hebamme verhaftet, die in vier Fällen versucht haben soll, Frauen bei Kaiserschnittgeburten zu töten. Sie soll ihnen blutverdünnende Mittel gegeben haben.
  • 2010: Wegen Mordes, Mordversuchs und Körperverletzung verurteilt das Landgericht Dresden eine Krankenschwester zu lebenslanger Haft. Die 33-Jährige tötete mehrere Menschen mit zu hoch dosiertem Insulin.
  • 2007: Wegen fünffachen Mordes an schwer kranken Patienten wird eine ehemalige Krankenschwester der Berliner Charité zu lebenslanger Haft verurteilt. Die 55-Jährige brachte ihre Opfer mit Medikamenten um.
  • 2006: Der "Todespfleger" von Sonthofen muss lebenslang ins Gefängnis. Nach Überzeugung der Richter hat der Mann 28 meist alte und zum Teil schwer kranke Klinikpatienten zu Tode gespritzt.
  • 1993: Ein Krankenpfleger wird wegen Totschlags in zehn Fällen zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts tötete er in Gütersloh Patienten zwischen 69 und 92 Jahren.
  • 1989: Eine als "Todesengel" von Wuppertal bekanntgewordene Krankenschwester wird wegen mehrfachen Totschlags zu elf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht erkennt Mitleid als Motiv an. 
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