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Panorama Justizopfer Harry Wörz will Entschädigung
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06:42 26.02.2016
Harry Wörz, hier bei einem Pressetermin 2013, kämpft noch immer für eine angemessene Entschädigung. (Archivbild) Quelle: Uli Deck/dpa
Pforzheim

Sein Fall ging durch die Medien: Harry Wörz, heute 49 Jahre alt, musste unschuldig ins Gefängnis. Er wurde 1998 vom Landgericht Karlsruhe wegen versuchten Totschlags an seiner damaligen Frau zu elf Jahren Haft verurteilt und saß viereinhalb Jahre hinter Gitter. Ein Unbekannter hatte 1997 die von Harry Wörz getrennt lebende Frau mit einem Schal gewürgt, bis sie bewusstlos war. Sie ist seitdem ein schwerer Pflegefall und kann sich nicht mehr äußern. Der Täter ist bis heute nicht ermittelt. 13 Jahre stritt der Beschuldigte vor verschiedenen Gerichten, bis er im Dezember 2010 durch den Bundesgerichtshof endgültig rehabilitiert wurde.

Es geht um eine sechsstellige Summe

Jetzt streitet der Mann weiter, für sein Recht und eine angemessene Entschädigung. Bislang hat der Staat Wörz an die 180.000 Euro brutto zugebilligt. Der gelernte Installateur und Bauzeichner fordert, dass auch sein Verdienstausfall und die Kosten für Anwälte und anderes übernommen werden. Beide Seiten bemühten sich um eine Einigung, heißt es. Wie die Anwältin von Wörz mitteilte, prüft sie derzeit ein Angebot des Landes Baden-Württemberg von Anfang Januar. Die nicht näher genannte sechsstellige Einmalzahlung ist zumindest aus Sicht der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe geeignet, "eine endgültige und umfassende Einigung zu erzielen". Die Juristin lässt nun durchrechnen, was von der Summe am Ende für ihren Mandanten zum Leben bleibt - nach Abzug von Steuern und Versicherungsbeiträgen.

ARD zeigte den Fall Wörz als Spielfilm

Doch, was Harry Wörz im Gefängnis erlebte, ist mit Geld nicht wieder gut zu machen. Mehr als zwölf Jahre wurde er beschuldigt, für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat. Was das mit einem Menschen macht, wollte das Erste Deutsche Fernsehen dokumentieren. Vor zwei Jahre erschien der Spielfilm "Unter Anklage - Der Fall Harry Wörz".

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