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Panorama Hildesheimer Studenten kämpfen um ihren Lehrer
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21:11 22.12.2015
„Wir sind chronisch unterfinanziert“: Dozent Graf (re.) mit Studenten beim Litradio. Quelle: Hartmann
Hildesheim

Zum Sommersemester 2016 darf Guido Graf keinen weiteren Zeitvertrag mehr antreten. Graf ist mit solchen Verträgen seit 2008 an der Hildesheimer Uni beschäftigt und kommt insgesamt auf 16 Jahre als befristeter Mitarbeiter an verschiedenen Unis. Nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz dürfte er dann nur noch fest angestellt werden. Vor Kurzem erst hat der Bundestag das Gesetz geändert. Doch das hilft dem 49-jährigen Vater von zwei Kindern nicht mehr.

In ihrer Petition wirft die studentische Initiative um Tim Schauenburg und Kornelius Friz dem Präsidium der Hildesheimer Universität vor, Graf nicht weiterbeschäftigen zu wollen. An seiner Leistung und Beliebtheit könne es jedenfalls nicht liegen, argumentieren die Autoren der Petition. Er gilt als eine der tragenden Säulen des renommierten, aber kleinen Instituts für Kreatives Schreiben, ist kürzlich von Studenten und Lehrenden als bester Dozent der Uni ausgezeichnet worden und hat mit dem Litradio ein literarisches Internetradio entwickelt.

Auch Uni-Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich würdigt Grafs Leistungen. Doch trotzdem will er sich von der studentischen Initiative nicht unter Druck setzen lassen, erklärt er. Im Gegenteil. Er hält den Autoren vor, „falsch und diskriminierend“ über die Haltung der Hochschule zu schreiben. „Es ist nicht richtig, dass wir Graf nicht wollen“, sagt Friedrich. Das Problem sei eine unzureichende Sockelfinanzierung der Hochschulen. „Wir sind chronisch unterfinanziert.“ Ein Satz, den Friedrich auch in seiner Eigenschaft als Präsident der Landeshochschulkonferenz formuliert.

Mit Graf stehe das Präsidium in intensiven Verhandlungen, sagt Friedrich. Über mehrere Wochen liefen die Gespräche zwischen Uni-Leitung und dem Dozenten. Eine Entscheidung hierzu sei schon gefallen, erklärt Friedrich. Die werde er aber erst im Januar verkünden. Ob Graf sie schon kennt, ist unklar. Er äußert sich nicht zu seiner eigenen Personalangelegenheit.

Tim Schauenburg von der studentischen Initiative wertet das immerhin als ein positives Signal: „Wir wollten mit unserer Petition einen Prozess anstoßen. Wenn das gelungen ist und auch noch positiv endet, können wir zufrieden sein.“ Doch noch gilt der Vorbehalt, wie es mit dem Studiengang Kreatives Schreiben weitergehen soll, wenn Graf nicht weiterbeschäftigt wird.

Zum gleichen Zeitpunkt verlässt nämlich auch Professor Hanns-Josef Ortheil die Uni. Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren und bildet gewissermaßen das Rückgrat des kleinen Instituts an der Uni Hildesheim. Und es wird gar nicht so leicht sein, eine entsprechende Nachfolge für Ortheil zu finden.

Von Norbert Mierzowsky

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