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Panorama Harzer Luchse sterben an Fuchsräude
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09:35 10.04.2016
Ein Tierarzt überprüft im Wildpark bei Hanau die Zähne eines Luchses. Die Luchse werden hier einmal im Jahr betäubt, um sie zu entwurmen und zu impfen. In freier Wildbahn werden sie durch die Fuchsräude bedroht. Quelle: dpa/Symbolfoto
St. Andreasberg

Die Fuchsräude wird auch für Luchse zum Problem. Im vergangenen Jahr seien allein im Harz und im Kaufunger Wald zwischen Hessen und Niedersachsen sechs Raubkatzen gefunden worden, die an der ansteckenden Krankheit eingegangen seien, sagte der Leiter des Harzer Luchs-Projektes, Ole Anders, der Deutschen Presse-Agentur. Dies seien deutlich mehr an Räude verendete Luchse als in den Jahren zuvor.

"Seit Beginn des Wiederansiedlungsprojektes im Jahr 2000 wurden insgesamt elf an Fuchsräude verendete Luchse entdeckt", sagte Anders. Der Experte geht davon aus, dass es die wahre Zahl der Opfer deutlich höher ist: "Es gibt vermutlich eine erhebliche Dunkelziffer." Denn es sei wahrscheinlich, dass sich viele erkrankte Luchse zum Sterben zurückziehen, so dass sie niemals entdeckt werden.

Die gestiegene Zahl der räude-kranken Raubkatzen führt Anders auf die wachsende Ausbreitung der Erkrankung unter Füchsen zurück. Nachdem die Räude in den vergangenen Jahren deutlich rückläufig gewesen sei, habe sie sich zuletzt ausgebreitet, sagte er. Das belegten Aufnahmen des jüngsten großflächigen Foto-Monitorings im Harz. "Auf den Bildern sind Füchse zum Beispiel mit nackten Schwänzen zu sehen." Fuchsräude, die durch Milben hervorgerufen wird, ist durch großflächigen Haarausfall und entzündete Hautpartien erkennbar.

"Luchse holen sich die Krankheit wahrscheinlich beim direkten Kontakt mit Füchsen", sagte Anders. "Es gibt Nachweise, dass die Raubkatzen Füchse reißen, um sie als Nahrungskonkurrenten auszuschalten." Dazu könne es kommen, "wenn Füchse versuchen, etwas von der Beute des Luchses zu stibitzen". Ein infizierter Luchs habe "kaum eine Überlebenschance". Die Räude führe – wie bei Füchsen - innerhalb weniger Monate zum Tod. Der Grund: "Die Milben ernähren sich von der Haut der befallenen Tiere, die dabei so stark geschädigt wird, dass die Opfer sterben."

Trotz der gestiegenen Zahl von Räude-Opfern unter Luchsen sieht Anders die mittlerweile vergleichsweise große Raubkatzen-Population im Harz nicht als gefährdet an. "Die Situation ist bislang nicht bedrohlich. Die Fuchs-Räude könnte allerdings die weitere Ausbreitung des Luchses beeinträchtigen", befürchtet der Fachmann. "Wenn sich Luchse aus kleineren Populationen in anderen Bereichen infizieren, könnte das zu Rückschlägen führen."

Für das Wiederansiedlungsprojekt für Luchse im Harz wurden nach und nach 24 Raubkatzen freigelassen. Sie haben sich stark vermehrt und auch angrenzende Regionen besiedelt. Anders geht davon aus, dass in den vergangenen 15 Jahren gut 200 Luchse in freier Wildbahn zur Welt gekommen sind. Harzer Luchse lebten mittlerweile auch in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen.

Seit dem Start des Projektes wurden insgesamt 46 tote Luchse registriert. Die meisten waren Verkehrsopfer. Die Fuchsräude sei aber inzwischen die zweithäufigste Todesursache, sagte Anders.

dpa

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