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Panorama Schlag gegen das Darknet – in Niedersachsen
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14:03 29.02.2016
Waffen aller Art lassen sich im sogenannten Darknet beschaffen. Nun ist Ermittlern ein Schlag gegen diese Internet-Kriminellen gelungen. Quelle: dpa/Symbolbild
Wiesbaden/Hannover

Bei einer großen Razzia gegen Betreiber und Nutzer illegaler Plattformen im Internet sind neun Verdächtige festgenommen worden, vier davon in Niedersachsen. Außerdem wurden 69 Wohnungen und Firmenräume in Deutschland und im Ausland durchsucht, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) am Montag mitteilten. Die internationale Aktion lief am Dienstag und Mittwoch vergangener Woche.

Die Ermittlungen richteten sich gegen den Handel mit Waffen, Drogen, Falschgeld und gefälschten Ausweisen. Außerdem werden den Verdächtigen das Ausspähen von Daten sowie kriminelle Dienstleistungen wie beispielsweise das Infizieren von Computern mit Schadprogrammen, das Anbieten illegaler Streamingdienste und Anleitungen zur Begehung von Straftaten vorgeworfen.

Hauptverdächtiger ist den Angaben zufolge ein 27-jähriger Bosnier, der am vergangenen Mittwoch in Bosnien-Herzegowina festgenommen wurde. Er soll seit 2012 als Chef-Administrator eine Schlüsselrolle beim technischen Betrieb der Untergrund-Foren gespielt haben. Außerdem gingen den Fahndern zwei weitere mutmaßliche Administratoren ins Netz: ein 21-Jähriger aus dem Münsterland und ein 29-Jähriger aus Niedersachsen. Bei beiden handelt es sich den Behörden zufolge um Deutsche.

Weitere Festnahmen gab es in Niederachsen unter dem Verdacht des Drogenhandels. Betroffen war ein 22-jähriger Deutscher sowie zwei 19 und 28 Jahre alte Brüder aus Syrien. Der 19-Jährige steht im Verdacht, Amphetamine selbst hergestellt zu haben. Bei seinem älteren Bruder wurden unter anderem 36 Kilo Amphetamin, 1,5 Kilo Kokain, 2 Kilo Haschisch und 2,3 Kilo Ecstasy sichergestellt. Die Drogen haben einen Straßenverkaufswert von rund einer Viertelmillion Euro. Wo in Niedersachsen es zu den Festnahmen kam, wollten die Fahnder nicht sagen.

An den Ermittlungen waren neben deutschen Fahndern auch Polizisten in Bosnien-Herzegowina, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Litauen und Russland beteiligt. Die Fahnder stellten zahlreiche Computer, Speichermedien, Waffen und Bargeld sicher.

Im sogenannten Darknet (englisch für "Dunkles Netz") können sich Internetnutzer unerkannt bewegen. Der nur über Anonymisierungsdienste wie TOR erreichbare Bereich des Internets wird vor allem von Kriminellen genutzt. Sie setzen dabei Werkzeuge zur Verschleierung ihrer Datensputen an, die auch von Menschen verwendet werden, die viel Wert auf ihre Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben.

dpa

Das Darknet

Das Darknet ist der dunkle Bereich des Internets, der von Suchmaschinen wie Google oder Bing nicht gefunden wird. Genutzt wird der verborgene Teil des Netzes von Nutzern, die viel Wert auf ihre Privatsphäre legen - von Whistleblowern, aber auch von Kriminellen wie Drogendealern, Waffenhändlern oder Pädophilen.

Websites im Darknet können nur verschlüsselt aufgerufen werden. Wer im dunklen Bereich des Internets surfen will, muss eine Verschlüsselungssoftware benutzen. Die bekannteste Software dieser Art heißt Tor (Englisch für "The Onion Router"). Nutzer, die das Programm verwenden, surfen anonym im Netz.

Da Websites im Darknet nicht von Suchmaschinen gefunden werden können, müssen Nutzer genau wissen wo sie hin wollen. Orientierungspunkte gibt es allerdings: zum Beispiel sogenannte Hidden Wiki.

Bezahlt wird im dunklen Internet fast ausschließlich mit der digitalen Währung Bitcoins. Bei ihr ist ebenfalls nur sehr schwer nachzuvollziehen, wer der Urheber einer Bezahlung ist.

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