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Panorama Drei Haftbefehle nach Schießerei
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15:36 16.09.2014
Quelle: dpa (Symbolfoto)
Lüneburg

Wenige Tage nach der blutigen Auseinandersetzung zweier Familien vor dem Klinikum Lüneburg hat das Amtsgericht Haftbefehle gegen drei Männer erlassen. Das Trio wurde bereits am Samstag in Langzeitgewahrsam genommen, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Weitere Ermittlungen hätten dann den dringenden Verdacht ergeben, dass die Männer auch an der Schießerei vor der Klinik beteiligt waren. „Dem Trio wird vorgeworfen, an der Tat maßgeblich beteiligt gewesen und mit äußerster Brutalität vorgegangen zu sein“, hieß es. 

Bei der Auseinandersetzung zwischen zwei Familien libanesisch-kurdischer und türkisch-kurdischer Herkunft war es am 5. September zunächst zu einer Schlägerei gekommen, nach der mehrere Teilnehmer ins Krankenhaus mussten. Dort fielen am nächsten Tag Schüsse, drei Männer wurden getroffen. Geschossen haben soll ein 33-Jähriger. Nach ihm wird per Haftbefehl gefahndet. 

Seit Beginn der Auseinandersetzung zeigt die Polizei in der Hansestadt Flagge und führt immer wieder Kontrollen durch, um weitere Gewalttaten zu verhindern. Am Samstag seien die Beamten so in der Altstadt auf eine 21-köpfige Gruppe von Männern gestoßen, zu der auch die drei Tatverdächtigen gehörten, teilte die Sprecherin weiter mit. Dabei seien mehrere Messer und Schlagstöcke gefunden worden. Die Polizei erteilte anschließend 18 Platzverweise. 

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg habe gegen die drei 28, 32 und 34 Jahre alten Männer nun Haftanträge wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung gestellt, sagte die Sprecherin. Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe wurde mittlerweile auf mehr als 20 Beamte aufgestockt. 

Zu den Ursachen der seit Jahren schwelenden Fehde möchte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit noch keine Angaben machen. Eine der Familien gehört den sogenannten Mhallamiye-Kurden an. Clans dieser ethnischen Minderheit bereiten den Strafverfolgern in Deutschland seit langem Kopfzerbrechen. Staatliche Autoritäten werden von Angehörigen der M-Kurden oft nicht anerkannt.

dpa

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