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Panorama Diese Frauen wollen „Miss Germany“ werden
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17:06 18.02.2017
Frauen aus allen Teilen Deutschlands bemühen sich am Sonnabend um den Titel „Miss Germany 2017“.   Quelle: MGC Miss Germany
Rust

 21 Frauen aus ganz Deutschland im Alter von 17 und 28 Jahren bemühen sich um den Titel der Schönheitskönigin. Gewählt wird im Europa-Park Rust bei Freiburg. Die Kandidatinnen müssen sich im Abendkleid und in Bademode präsentieren. Eine Jury kürt die Siegerin. Die bekommt ein Auto, Schmuck, Kleider und Reisen. Juroren sind unter anderem der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, Schönheitschirurg Werner Mang und Schauspieler Jo Weil („Verbotene Liebe“).

Kandidatinnen der Miss-Germany-Wahl

Jede Teilnehmerin der Wahl am Sonnabend hat in einem Bundesland gewonnen. Vier Beispiele:

in Niedersachsen: Aleksandra Rogovic. Im zweiten Anlauf klappte es – wie sie Schönheitskönigin wurde, finden Sie hier);

in Sachsen: Soraya Kohlmann. „Die anderen sind alle ganz hübsch“ – ein Porträt finden Sie hier.

in Schleswig-Holstein: Guilia Claußen. Plötzlich hatte sie die Krone auf – ein Porträt finden Sie hier, einen weiteren Bericht hier.

in Mecklenburg-Vorpommern: Johanna Nedel. Sie mag kochen, aber keinen Sport – ein Porträt finden Sie hier)

21 Frauen aus ganz Deutschland traten zur Wahl der „Miss Germany 2017“ an. Sie kamen unter anderem aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Sachsen, Bayern und Niedersachsen. Wir zeigen die Kandidatinnen.

Dieses Jahr sind es weniger Finalistinnen als sonst, zwei Landessiegerinnen sind bei der Endwahl nicht dabei: „Miss Sachsen-Anhalt“, eine Schülerin aus Magdeburg, hat den Angaben zufolge von der Schule nicht frei bekommen und „Miss Brandenburg“ erwartet ein Kind und darf daher nicht teilnehmen.

Im Vorfeld hatten sich in deutschlandweit 150 Vorentscheiden insgesamt 5155 Frauen von 16 bis 29 Jahren beworben, sagte Organisator Max Klemmer. Dies entspreche den Zahlen der Vorjahre. Alle 21 Finalistinnen haben ein zehntägiges Trainingscamp auf der spanischen Insel Fuerteventura absolviert.

Klemmer: „Zickenkriege wollen wir nicht“

Die Veranstalter der Miss-Wahl betonen die Unterschiede zu Fernsehsendungen wie „Der Bachelor“. „Inszenierte Zickenkriege oder eine Beschränkung allein auf das Äußere wollen wir nicht“, sagt Organisator Ralf Klemmer. Zwar präsentieren sich die Frauen auch bei der Miss-Germany-Wahl in Badekleidung (siehe Bildergalerie) – aber Klemmer sieht darin keinen Widerspruch zu seiner Aussage. Er versichert, dass es bei der Wahl darum gehe, was die Frauen sagen und ausstrahlen.

Wer mitmachen will, müsse trainieren. So gebe es Benimm-Kurse und Rhetorik-Seminare. Zu den Regeln gehöre auch, dass Nacktaufnahmen tabu sind. Wer sich hüllenlos präsentiert oder präsentiert hat, darf bei „Miss Germany“ nicht mehr antreten.

Lena Bröder wird wieder Religionslehrerin

Und was kommt nach der Wahl? „Wir sehen uns als Unterhaltungsshow für einen Abend“, sagt der Seniorchef der Miss Germany Corporation, Horst Klemmer: „Was daraus wird, entscheiden die Frauen.“ Den meisten von ihnen sei bewusst, um was es gehe. „Sie entscheiden sich mit klarem Verstand für diesen Weg.“ Meist, sagt Klemmer, sitzen die Familien im Publikum und drücken die Daumen. Eine spätere Model-Kariere oder finanzielle Vorteile würden nicht versprochen: Das Amt der Schönheitskönigin ist auf ein Jahr beschränkt.

„Miss Germany“ ist nach Angaben der Veranstalter eine Marke „und 98,7 Prozent der Deutschen ein Begriff“. Die Frauen selbst stehen langfristig weniger im Rampenlicht, zeigt die Erfahrung. Nur wenige der Siegerinnen der Vorjahre sind der Bühne treu geblieben. Die amtierende „Miss Germany“ Lena Bröder (27) wird nach dem Ende ihrer Amtszeit zum 1. März wieder katholische Religionslehrerin.

Die Geschichte der Miss-Wahlen

Schönheitswettbewerbe für Frauen haben eine jahrzehntelange Tradition. Mehrere größere internationale Miss-Wahlen gibt es seit den 1950er Jahren. In Deutschland wurde am 5. März 1927 im Sportpalast Berlin die erste „Miss Germany“ gewählt. Die jährlichen Wahlen galten zu früherer Zeit als gesellschaftliches Ereignis, sie wurden meist in Berlin oder im Kurhaus Baden-Baden veranstaltet. In der Jury der ersten Wahl saßen unter anderem die Boxer-Legende Max Schmeling, Schriftsteller Heinrich Mann und der Tenor Richard Tauber.

Zur NS-Zeit sowie in der DDR waren Miss-Wahlen verboten. Den ersten Schönheitswettbewerb in Europa hatte es bereits 1888 im belgischen Spa gegeben, es blieb damals allerdings bei einer einmaligen Wahl.

Von dpa/RND/wer/fw