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Panorama Die Landeskirche sucht dringend Pastorennachwuchs
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00:16 26.05.2017
Von Michael B. Berger
Die Pastoren, die in den kommenden Jahren ihren Ruhestand antreten, haben in den Siebzigerjahren die Theologischen Fakultäten zur Massenuniversität gemacht. Quelle: Christian Behrens
Hannover

„Von 2019 bis 2031 gehen so viele Pastoren in Pension, dass die Studierendenzahlen nicht mehr reichen“, sagt Pastor Mathis Burfien, im Landeskirchenamt zuständig für die Nachwuchsgewinnung. Es sind die geburtenstarken Jahrgänge, die sich dann in den Ruhestand verabschieden - man erwarte „durchschnittlich 90 Pensionierungen pro Jahr“, rechnet Burfien vor. Das sind 50 Prozent mehr als heute.

Volle Unis in den Siebzigern

Die Pastoren, die in den kommenden Jahren ihren Ruhestand antreten, haben in den Siebzigerjahren die Theologischen Fakultäten zur Massenuniversität gemacht. Damals gab es jedes Semester so viele Studienanfänger wie heute noch Volltheologen an der gesamten Fakultät, nämlich gut 300. In den Neunzigerjahren gab es dann ein Überangebot an Theologen, denen die Landeskirche keine Stelle zur Verfügung stellen konnte.

Auch die Enttäuschung über fehlende Perspektiven habe dazu geführt, dass das Interesse am Theologiestudium nachließ und die Studierendenzahlen im Laufe der Zeit rapide zurückgingen, meint Burfien. Natürlich spiele aber auch die allgemeine Säkularisierung und der Bedeutungsverlust des Christlichen in der Gesellschaft eine Rolle, sagt der Theologe.

Dennoch halte er die Botschaft für falsch, dass der protestantischen Kirche der Nachwuchs ausgehe. Die Zahl der Absolventen gehe wieder nach oben, zumal die Kirchen auch verstärkt auf Schülerinnen und Schüler zugingen. „Werbung ist für mich in diesem Zusammenhang der unpassende Begriff, denn dieser Beruf ist so sehr mit der Persönlichkeit verwoben, dass man nicht mit einfachen Fakten für ihn werben kann.“ Mit einer ausgeglichenen „Work-Life-Balance“ jedenfalls, also gehörig Freizeit, könne man im Pastorenberuf nicht unbedingt punkten.

Chance für Seiteneinsteiger

Zur „Werbung“ für den Pastoren­nachwuchs bietet die Landeskirche etwa Workshops an oder auch die Möglichkeit, in einem Freiwilligen Sozialen Jahr auf den Geschmack zu kommen. Auch ausgefallene Wege werden beschritten: In Kürze gehen wir mit 16 Schülerinnen und Schülern den Jakobsweg.“ Und Seiteneinsteigern, etwa Religionspädagogen, die Lust aufs Pfarramt verspüren, gebe man auch eine Chance - durch eine einjährige Ausbildung zum Pfarrverwalter.

Während in der 1700 Pfarrer starken hannoverschen Kirche ein Pfarrermangel droht, ist man im benachbarten Braunschweig mit seinen nur 260 Pfarrern gelassen. „Wir stellen im Augenblick über den Durst ein, wenn es sich ergibt“, sagt Sprecher Michael Strauß. Manchmal kann es auch von Vorteil sein, nur eine kleine protestantische Kirche zu sein.

Mittwoch beginnt
 der Kirchentag

Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg steht unter dem Motto „Du siehst mich“. Er beginnt Mittwoch und dauert bis Sonntag. Das Protestantentreffen mit 2100 Veranstaltungen steht im Zeichen des 500. Reformationsjubiläums und fällt daher größer und prominenter aus als in der Vergangenheit. Einer der Höhepunkte ist am Donnerstag ein Gespräch zwischen dem früheren US-Präsidenten Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Brandenburger Tor.

Eröffnet wird der Kirchentag am Mittwochabend mit drei Open-Air-Gottesdiensten am Brandenburger Tor, vor dem Reichstagsgebäude und auf dem Gendarmenmarkt. Bis Sonntag werden in Berlin und Wittenberg 100 000 Dauerteilnehmer erwartet. Zum zentralen Abschlussgottesdienst in Wittenberg werden wiederum 100 000 Gläubige erwartet.     

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