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Panorama Der Trend in der Bibliothek geht zum E-Book
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08:36 24.02.2015
Gefragt: E-Books haben eine immer größere Bedeutung in niedersächsischen Bibliotheken. Quelle: dpa

In niedersächsischen Leihbüchereien und Universitätsbibliotheken steigt die Nachfrage nach E-Books. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Ungeklärte rechtliche Fragen zum Verleih von elektronischen Büchern erweisen sich aber noch als Hindernis für Leser und Bibliotheken.

In der Stadtbibliothek Hannover sei seit der Einführung der E-Books im Jahr 2009 die Zahl der Ausleihen rasant gestiegen, sagt Sabine Lossin, die diese Abteilung betreut. "2013 hatten wir 80 600 Ausleihen, 2014 waren es schon über 108 000." Das Interesse an herkömmlichen Büchern stagniere dagegen. Die typischen E-Book-Nutzer seien nicht die technisch versierten jungen Leser, sondern Menschen über 50.

Im Fokus steht die Belletristik

Dass E-Books bei älteren Bibliotheksnutzern so viel Anklang finden, ist für Claudia Bußjäger von der Ratsbücherei Lüneburg nicht überraschend. "Das liegt vor allem daran, dass man die Schriftgröße auf E-Readern anpassen kann", sagt sie. Auch habe die elektronische Ausleihe den Vorteil, dass die Nutzer nicht mehr an die Öffnungszeiten der Bibliothek gebunden seien.

Der Fokus liege bei den ausgeliehenen E-Books klar auf Belletristik. "Krimis, Frauenromane, Thriller - alles, was als physisches Buch gefragt ist, funktioniert auch digital gut", sagt Bußjäger. Bei der Beschaffung machen die Verlage den Bibliotheken allerdings manchmal einen Strich durch die Rechnung. "Für bestimmte E-Books bieten die Verlage sehr teure oder gar keine Bibliothekslizenzen an, um ihre finanzielle Grundlage nicht zu gefährden", sagt Bußjäger. Da es sich um Dateien handelt, sind die Verlage nicht wie bei gedruckten Werken verpflichtet, sie den Bibliotheken zur Verfügung zu stellen. Die wiederum sehen dadurch ihren Auftrag gefährdet, Nutzern den freien Zugang zu Bildungs- und Unterhaltungsmedien zu ermöglichen.

Auch in Lehre und Forschung gefragt

Neben dem Lizenzproblem hat die E-Ausleihe noch einen weiteren praktischen Nachteil. Wer ein E-Book ausleiht, erhält für eine bestimmte Zeitspanne Zugriff auf die entliehene Datei. Der Nutzer kann das E-Book nicht zurückgeben, bevor die Frist abgelaufen ist, und blockiert es so für andere Interessenten. Nach Fristende kann der Nutzer die Datei nicht mehr öffnen - zumindest theoretisch. Technisch Versierte kennen inzwischen Tricks, das Leihfristende nach hinten zu verschieben.

Die Bedeutung von E-Büchern wächst auch in Forschung und Lehre. "Der Nutzer kann ganz unkompliziert einzelne Begriffe im Dokument suchen, zu Verweisstellen springen oder sich Notizen zusammenkopieren", sagt Peter Marmein, stellvertretender Direktor der Niedersächsischen Landesbibliothek. Von diesen Vorteilen profitieren die Leser in der Universitätsbibliothek Hildesheim. Sie besitzt ein Lizenzpaket, welches das Gesamtangebot an E-Books mehrerer wissenschaftlicher Verlage umfasst. Über Links landen Nutzer auf den Seiten der Verlage beim digitalen Dokument, wie Leiter Ewald Brahms erläutert.

Auch in der Universitätsbibliothek Oldenburg liegt der Fokus immer mehr auf digitalen Publikationen. "In unserem Online-Katalog können Nutzer unser gesamtes E-Book-Angebot nach einzelnen Stichworten durchsuchen", sagt Direktor Hans-Joachim Wätjen. Aktuell sind in Oldenburg 165 000 E-Publikationen im Angebot, die Ausgaben für Lizenzen machen inzwischen mit 65 Prozent mehr als die Hälfte des Gesamtetats aus.

dpa

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