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Panorama Das macht den Star-Wars-Fankult aus
Mehr Welt Panorama Das macht den Star-Wars-Fankult aus
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10:30 13.12.2015
Star-Wars-Fanclub in Hamburg. Quelle: dpa
Hamburg

 Verkleidet als dunkler Lord trägt er einen schwarzen Umhang, eine rote Metallmaske und natürlich auch ein Lichtschwert: Darth Revan ist sein Lieblingscharakter, bekannt aus den Star-Wars-Computerspielen. "Er vereinigt Gut und Böse in sich auf eine sehr bemerkenswerte Art", sagt Timo Röske, der im Alter von drei Jahren zum ersten Mal in die Welt von "Star Wars" abgetaucht ist.

Der Kampf Gut gegen Böse in außergewöhnlichen Welten fasziniert den Hamburger bis heute. Seit Jahren trifft er sich mit weiteren Anhängern der Saga zum Star-Wars-Dinner in Hamburg, einem Abendessen für Fans. Viele der Teilnehmer besitzen aufwendige Kostüme, die sie selbst gefertigt haben.

"Jeder von uns hat einen Charakter, mit dem er sich sehr gut identifizieren kann - den will man dann so gut wie möglich verkörpern", sagt der 29-jährige Röske.

Die Herstellung seines Kostüms hat den eingefleischten Star-Wars-Fan viel Zeit und Geld gekostet. Zweieinhalb Jahre und 1500 Euro hat er in seine Verwandlung zu Darth Revan investiert. "Meinen ersten Umhang hat meine Oma kurz vor ihrem Tod für mich genäht", erzählt Röske.

Doch woher kommt diese Begeisterung für "Star Wars"? "Mein Vater und meine Mutter haben gemeinsam die ersten Filme gesehen, die Leidenschaft habe ich einfach vererbt bekommen", meint Röske.

Damit beschreibt er ein Phänomen, dass auch Harald Lange vom Institut für Fankultur in Würzburg bemerkt hat. "Beim Fußball ist es üblich, dass Eltern und Kinder die gleiche Mannschaft anfeuern. Auch "Star Wars" ist mittlerweile generationenübergreifend", sagt der Fanforscher. Viele Fans, die den ersten Film Ende der 70er Jahre gesehen haben, seien nun erwachsen und hätten selbst Kinder.

Für viele Star-Wars-Fans der ersten Stunde wird mit dem siebten Teil, der am 17. Dezember in die deutschen Kinos kommt, der Bogen von den alten zu der neuen Episode geschlagen. "Das Erwachen der Macht" knüpft an die Handlung der Geschichte aus den 70er und 80er Jahren an.

"Mit diesem Teil hat "Star Wars" wohl das mächtigste Publikum und die bisher größte Fan-Community", sagt Marco Frömter, Sprecher des Offiziellen Star Wars Fanclubs Deutschland in Augsburg. Neben den jüngeren Fans freuten sich besonders die Anhänger der alten Film-Trilogie über die Fortsetzung. "Sie haben eine lange Durststrecke hinter sich", erklärt Frömter.

Doch nicht nur die jüngere Fan-Generation sei für das Wachstum der Anhängerschaft verantwortlich. Vor allem das Internet habe die Fankultur rund um das galaktische Abenteuer von Luke und Leila Skywalker sehr verändert. "Im Vergleich zu früher ist die Fan-Base durch das Netz viel größer, aber auch kurzweiliger geworden", sagt Frömter.

"Die Ambivalenz der Macht und der Kampf von Gut und Böse bieten so viele Anknüpfungspunkte: Das fasziniert viele unterschiedliche Fans gleichermaßen", sagt Harald Lange. Das erkläre, wieso die Saga so ein Erfolg sei. ""Star Wars" ist ein großer Teil der heutigen Popkultur."

Von Darth-Vader-T-Shirts über Luke-Skywalker-Uhren bis zum R2D2-Koffer bietet der Markt jede Menge Werbeartikel. "Um Teil der Handlung zu sein, scheuen viele Fans keine Kosten - das nutzen die Hersteller solcher Produkte natürlich zu ihren Gunsten", sagt Lange. Viele Fans würden das allerdings auch kritisch sehen.

Doch was bringt so viel Hingabe eigentlich den Star-Wars-Fans? "Stabilität, Gemeinschaft und Rückzugsmöglichkeiten in andere Welten", beschreibt Matthias Völcker, Erziehungswissenschaftler an der Universität Göttingen, die Wirkung des Fan-Kults. Er hat im Zuge seiner Forschung zur Innenwelt der Star-Wars-Fankultur zahlreiche Interviews mit Anhängern der Krieg-der-Sterne-Saga geführt.

"Die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Im Star-Wars-Universum erfahren und erleben die Fans Stabilität, sie entkommen der Realität und können gleichzeitig kreativ sein." Denn mit Podcasts, Fan-Fiction oder Kostümen finden eingefleischte Fans demnach eigene Möglichkeiten, sich von der Galaxie, die George Lucas erschaffen hat, inspirieren zu lassen.

Auch Timo Röske spricht von Inspiration, wenn es um "Star Wars" geht. "Meine Wohnungseinrichtung zum Beispiel ist vom "Krieg der Sterne" geprägt", sagt er. Ein Darth-Vader-Helm, zwei Star-Wars-Schachbrettspiele, Plakate sowie zahlreiche Figuren von Helden der Saga schmückten sein Zuhause, sagt er. Bald soll noch eine Todesstern-Lampe dazu kommen.

dpa

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