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Panorama Das Rätsel der toten Wale
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21:08 02.02.2016
„Die flache Nordsee wird zur Sackgasse“: Im Wattenmeer bei Kaiser-Wilhelm-Koog sind acht Wale verendet. Quelle: dpa
Kaiser-Wilhelm-Koog

Acht tote Wale im Watt – das hat es in Schleswig-Holstein noch nie gegeben. Die Bergung der vor Dithmarschen entdeckten Pottwalkadaver scheiterte am Dienstag wegen des Sturms. Die neun bis zwölf Meter langen Jungbullen können frühestens am Mittwoch aus dem Wattenmeer gezogen werden. Fragen und Antworten zum Thema:

  • Wie lange wird die Bergung dauern?

Das hängt vom Wetter ab. Meteorologen erwarten für heute bessere Bedingungen: Die Flut soll nicht mehr so hoch auflaufen, und bei Ebbe soll das Wasser deutlich stärker ablaufen.

  • Wie werden die Bergungsarbeiten ablaufen?

Die Kadaver bekommen ein Tau um die Schwanzflosse, dann werden sie mit Raupenfahrzeugen an Land gezogen. Anschließend hievt sie ein Kran auf einen Tieflader zum Weitertransport in den Meldorfer Hafen. Dort werden die Kadaver obduziert, zerlegt und anschließend wahrscheinlich in einer Tierkörperverwertung entsorgt.

  •  Wo kommen die Wale her?

Die Männchen ziehen in Verbänden von den Azoren westlich an Irland vorbei in den Nordatlantik. Dort finden die Tiere, die sich bis auf 1800 Meter sinken lassen können, ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Etwa eine Tonne verschlingt ein ausgewachsener Pottwal täglich, am liebsten Tintenfische.

  •  Warum sind die Tiere nicht auf ihrer Route geblieben?

Ihr natürliches Echolot hat offenbar versagt. „Vermutlich sind die Wale nördlich von Schottland in die flache Nordsee geschwommen. Die wird für sie dann zur Sackgasse, weil sie den Ausgang, den Ärmelkanal, nicht finden“, erklärt Boris Culik, ehemaliger Professor am Institut für Meereskunde in Kiel. In den Mägen verirrter Wale, die in Wilhelmshaven seziert wurden, fanden Tierpathologen praktisch keine Nahrungsrückstände. „Das spricht dafür, dass sie längere Zeit vor ihrem Tod nichts mehr gefressen hatten“, sagt Vanessa Herder von der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

  •  Warum versagt das Echolot der Wale?

„Darüber gibt es diverse Spekulationen, es können Krankheiten sein, Störungen der Sinnesorgane oder Infektionen“, sagt Dirk Brandis, Leiter des Zoologischen Museums an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Boris Culik berichtet von Untersuchungen, denen zufolge Sonnenwinde das Erdmagnetfeld beeinflussen und das „GPS“ der Wale verschieben. Auch könnten Sonare von Marineschiffen, die U-Boote suchen, das Echolot der Wale stören. „Dass Wale falsch in die Nordsee abbiegen, passiert schon seit Jahrhunderten, die jetzige Häufung aber ist außergewöhnlich“, sagt Brandis. Nach Angaben der „Schutzstation Wattenmeer“ sind seit dem 8. Januar 25 junge Pottwale in der südlichen Nordsee umgekommen: 14 in Deutschland, sechs in den Niederlanden, fünf in England.

  •  Wenn sich ein Pottwal in die Nordsee verirrt: Ist das sein Todesurteil?

Stranden die Tiere, sterben sie an Herz-Kreislauf-Versagen, weil sie sich mit ihrem Gewicht Blutfluss und Lunge abdrücken. Falls die Meeressäuger vor einer Strandung entdeckt werden, können  sie eventuell mit Hilfe von Booten zurück ins offene Meer dirigiert werden.

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