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Panorama Bewährungsstrafe für Großfamilie nach Krawallen
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13:36 17.05.2017
Quelle: Ulrich Behmann/DWZ/dpa/Archiv
Hameln

Nach Attacken auf Polizisten und Klinikpersonal in Hameln hat das Landgericht Hannover sechs Mitglieder einer Großfamilie zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die fünf Männer und eine Frau erhielten am Mittwoch unter anderem wegen Körperverletzung und Landfriedensbruchs Strafen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren Haft auf Bewährung.

Auslöser für die Tumulte 2015 war der Sturz eines 26-jährigen mutmaßlichen Räubers bei einem Fluchtversuch aus dem 7. Stock des Hamelner Gerichtes. Mitglieder seiner Familie randalierten anschließend dort und vor dem Krankenhaus, wo der 26-Jährige starb. Verletzt wurden 24 Polizisten und sechs Unbeteiligte.

Mit Nachdruck ging der Vorsitzende Richter Stefan Joseph auf die tragischen Umstände und die besonders belastende Situation für die Angehörigen ein, die teils Augenzeuge des Todessturzes wurden. "Das darf aber nicht dazu führen, dass man Polizisten und Sanitäter angreift", sagte er. "Das ist gelebte Ablehnung dieses Staats, das ist, was da zum Ausdruck kommt, deswegen sitzen sie hier."

Der Richter betonte aber zugleich, es gebe keine Sippenhaft. "Es geht hier nicht darum, M-Kurden abzuurteilen", sagte er. "Es kommt nicht darauf an, ob man sich M-Kurde nennt oder nicht, es kommt darauf an, was man gemacht hat." Den Urteilen waren eine Absprache von Anklage und Verteidigung über das Strafmaß und im Gegenzug Geständnisse der Angeklagten vorangegangen.

dpa

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