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Panorama Ben Becker wirbt in Imagefilm für Hells Angels
Mehr Welt Panorama Ben Becker wirbt in Imagefilm für Hells Angels
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21:59 15.04.2011
Von Tobias Morchner
Schauspieler Ben Becker spielt im Rockerfilm den Conférencier. Quelle: dpa

Er macht damit Werbung für die Organisation, die von der Polizei weiterhin der organisierten Kriminalität zugerechnet und mit Drogenhandel und Prostitution in Verbindung gebracht wird. „Es gibt Menschen, die angeblich im Hier und Jetzt leben, und es gibt Menschen, die sich entschieden haben, in einer anderen Welt zu leben“, sagt Becker gleich zu Beginn des Streifens. Dann folgen Bilder von Auseinandersetzungen zwischen Rockern und der Polizei sowie Statements von Hells-Angels-Größen, darunter auch Hannovers Rockerchef Frank Hanebuth.

Bislang kann man von dem Film mit dem Titel „81 – The other world“ nur einen kurzen Trailer im Internet sehen. Die Langfassung soll im Herbst auf DVD veröffentlicht werden – wenn Regisseur Dimitros Lukas und dessen Münchener Firma Compendium Film bis dahin sämtliche Filmrechtefragen geklärt haben. Denn in dem Werk werden auch Ausschnitte aus verschiedenen Nachrichtensendungen gezeigt, ohne dass die Macher bei den Fernsehanstalten dafür bisher die Erlaubnis eingeholt hatten.

Nach Angaben des Pressesprechers der Rocker, einem Mann, der sich „Django“ nennt, im bürgerlichen Leben aber Rudolf Triller heißt, geht das Filmprojekt ins Jahr 2005 zurück. „Damals ist die Produktionsfirma an uns herangetreten mit dem Vorschlag, uns mit der Kamera zu begleiten“, teilte er mit. Die Hells Angels waren begeistert und erlaubten dem Team, ihnen auf Schritt und Tritt zu folgen. „Sie waren beim World Run 2005 in Prag dabei, filmten, wenn wir trainierten, und ähnliche Dinge“, sagte „Django“. Finanziert wurde der Film, so die Hells Angels, aus Privatspenden und Schenkungen einzelner Klubmitglieder. Ben Becker sei, das teilte seine Hamburger Agentin Brigitte Maydt mit, vor zwei Jahren zu dem Projekt gestoßen. Über die Gründe für das Engagement des Schauspielers für die Höllenengel konnte sie jedoch nichts sagen. Becker selbst war ihren Angaben zufolge für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Doch die Rocker wissen ganz genau, wie es zu dem Auftritt des 46-Jährigen, dem man einen Hang zur Unterwelt nachsagt, in dem Film kam. „Er ist mit Leuten von uns in Berlin befreundet“, sagte Pressesprecher Triller.
Bei den Ermittlungsbehörden stößt der Werbefilm der Höllenengel mit prominenter Besetzung auf Kritik. „Ähnlich wie beim sogenannten ,Friedensschluss‘ zwischen Hells Angels und Bandidos im vergangenen Jahr dürfte es sich aus unserer Sicht um einen erneuten Versuch handeln, sich in der Öffentlichkeit entsprechend darzustellen“, erklärte Uwe Kolmey, Präsident des niedersächsischen Landeskriminalamtes (LKA). Eine weitere Tatsache, die dem Ermittler ebenfalls Sorge bereiten wird, ist die neu eingerichtete Internetplattform, auf der der Trailer zum Rockerfilm zu finden ist. In kurzen Videoclips beziehen Mitglieder des Klubs Stellung zu bestimmten Vorkommnissen und schildern diese aus ihrer Sicht. „Wir haben die Webseite ins Leben gerufen, um uns ab sofort gegen einseitige Berichterstattung zu wehren“, sagte Rudolf Triller – und kündigte an, es werde sich bald ein weiterer Schauspieler auf der Seite zu Wort melden.

Der Fall Dennis ist gelöst. Zehn Jahre nach dem Mord an dem Neunjährigen aus dem Kreis Osterholz-Scharmbeck ist der Polizei ein spektakulärer Fahndungserfolg gelungen: Ein 40 Jahre alter Pädagoge aus Hamburg-Wilstorf hat gestanden, Dennis in der Nacht zum 5. September 2001 aus einem Schullandheim im Kreis Cuxhaven entführt und kurze Zeit später getötet zu haben.

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