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Panorama Abdichtung des Öllecks hält Druck vorerst stand
Mehr Welt Panorama Abdichtung des Öllecks hält Druck vorerst stand
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11:22 17.07.2010
Quelle: afp

Nach fast drei Monaten zeichnet sich im Kampf gegen die verheerende Ölpest im Golf von Mexiko ein Erfolg ab: In den ersten 24 Stunden seit dem Anbringen eines Abdichtzylinders über dem lecken Bohrloch floss nach Angaben des britischen Energiekonzerns BP vom Freitag kein Öl mehr ins Meer. Jedoch zog BP den taiwanischen Supertanker „A Whale“ von den Säuberungsarbeiten ab, weil er sich als „ungeeignet“ erwiesen habe.

BP-Vizechef Kent Wells sagte vor Journalisten, die Experten des Energiekonzerns hätten die Ölquelle rund um die Uhr überwacht. Die Kameraaufnahmen von Unterwasserrobotern, akustische Sensoren sowie Temperaturmessungen am Bohrloch deuteten allesamt darauf hin, dass der Ölfluss gestoppt sei. Es seien „keine Anzeichen“ für einen Ölausfluss gefunden worden, sagte Wells.

Dem Ölkonzern war es am Donnerstag gelungen, eine Abdichtkappe über der lecken Ölquelle anzubringen. Insgesamt will das Unternehmen nun 48 Stunden lang prüfen, ob das Bohrloch wie erhofft durch die Vorrichtung geschlossen werden kann - und die Ölquelle dem erhöhten Druck standhält. Die US-Regierung zeigte sich zurückhaltend. US-Präsident Barack Obama wertete den Etappenerfolg am Freitag als „gutes Zeichen“, warnte aber, dass es sich noch immer um eine Testphase handle. Im Kampf gegen die Ölpest gebe es noch viel zu tun.

US-Krisenkoordinator Thad Allen sprach von „guten Neuigkeiten“. „Wir müssen aber aufpassen, dass wir keinen Schaden anrichten oder eine unumkehrbare Situation schaffen“, sagte er.

Die BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ war im April nach einer Explosion gesunken. Bislang strömten Schätzungen der Internationalen Energieagentur zufolge zwischen 2,3 und 4,5 Millionen Barrel Öl ins Meer. Das entspricht einer 58- bis 112-fachen Menge dessen, was 1989 bei der Ölkatastrophe der Exxon Valdez in Alaska ausgelaufen war.

Im Zusammenhang mit der Ölpest zahlte der BP-Konzern bislang mehr als 200 Millionen Dollar (rund 154 Millionen Euro) an Geschädigte in den betroffenen US-Bundesstaaten. Insgesamt 32.000 Geschädigte hätten in den vergangenen zehn Wochen eine oder mehrere Zahlungen erhalten, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Zahlungen an 61.000 weitere Geschädigte der größten Ölkatastrophe in der US-Geschichte würden derzeit noch geprüft. In diesen Fällen fehlten noch entsprechende Unterlagen.

Der größte Teil der bisherigen Entschädigungszahlungen an die Anwohner floss BP zufolge mit 32 Millionen Dollar an Fischer. Krabbenfischer erhielten demnach bislang 18 Millionen Dollar. Am Montag hatte BP die bisherigen Gesamtkosten der Ölpest für den Konzern auf 3,5 Milliarden Dollar beziffert. Auf Druck von Obama hatte BP im Juni für die Einrichtung eines Entschädigungsfonds die Bereitstellung von 20 Milliarden Dollar zugesagt. Schätzungen von Experten zufolge könnte die Umweltkatastrophe den britischen Konzern zwischen 30 und 100 Milliarden Dollar kosten.

Unterdessen erlitten die Säuberungsarbeiten im ölverseuchten Golf von Mexiko einen Rückschlag. Der taiwanische Supertanker „A Whale“ mit einer Größe von vier Fußballfeldern sollte täglich mehrere Millionen Liter ölverschmutztes Wasser aufsaugen und reinigen. Der mit den Arbeiten betraute Admiral Paul Zukunft sagte jedoch, der Tanker sei „nicht geeignet“ und werde daher nicht bei den Säuberungsarbeiten eingesetzt.

afp

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