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Panorama 3,5 Jahre Haft für Polizistenschläger
Mehr Welt Panorama 3,5 Jahre Haft für Polizistenschläger
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07:40 21.12.2017
Die Deformation seines Kopfes wird der Polizist sein Leben lang behalten. Neben ihm seine Frau. Quelle: Foto: George
Lüneburg

Als der Polizist an diesem Mittwoch im Lüneburger Landgericht aufsteht und hört, was der Richter sagt, ist es das Ende einer zweijährigen Strapaze. Endlich ist das Urteil gegen den Mann da, der ihm im August 2015 einen so heftigen Schlag gegen den Kopf versetzte, dass er zu Boden ging und nur durch eine Operation am offenen Schädel überlebte. Arbeiten können wie vor dem Angriff wird er vermutlich nie wieder.

Die Kammer verurteilte Lars G. wegen schwerer Körperverletzung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft. Das sind sechs Monate weniger als im Urteil des Amtsgerichts, gegen das G. Berufung eingelegt hatte. Verteidiger Gerd Strate kündigte gleich Revision an. 

Beim Dorffest gibt es Streit

Es ist Dorffest am 29. August 2015 im kleinen Meckelfeld, Landkreis Harburg. Vor einer Kneipe, dem „Schnurrbart“, streiten Männer mit den Türstehern. Eine Zeugin ruft die Polizei. Und der 31-jährige Polizist ist der erste, der die Gruppe erreicht.

Er ruft „Halt, Stopp, Polizei“ – und fällt danach „wie ein Baum gefällt aus der Gruppe wieder hinaus“. So schilderte der Vorsitzende Richter Matthias Steuernagel das Geschehen, wie es seine Kammer im Laufe der vergangenen fünf Monate rekonstruiert hat. Ein Türsteher hatte sofort auf den Meckelfelder Lars G. gezeigt und den anderen, kurze Zeit später eintreffenden Beamten gesagt: „Der war es, der euren Kollegen niedergeschlagen hat.“

Lars G., 34, berief sich im Prozess auf große Erinnerungslücken. Seine drei Verteidiger plädierten auf Freispruch. Doch die Lüneburger Richter hatten am Ende keine Zweifel. Lars G. war es, der den Polizisten zu Boden brachte.

Und dieser Schlag hat dem Leben, das der Polizist bis zu dieser Nacht geführt hat, ein Ende gesetzt. Der Schädel war gebrochen. Er lag zwei Wochen im Koma und musste das Gehen und Sprechen erst wieder lernen. Eine deutliche Deformation des Schädels wird ihn sein Leben lang entstellen, und die durch die Verletzung erlittene Epilepsie wird ihm den Polizeidienst in Schichtarbeit oder auch als Waffenträger unmöglich machen. 

„Dieser Polizist wurde schwer verletzt, und zwar aus einem absolut nichtigen Anlass“, resümierte Richter Steuernagel. Eine verminderte Steuerungsfähigkeit sprach die Kammer dem Angeklagten aufgrund seines Promillegehalts zu. Die Einsichtsfähigkeit aber sei voll da gewesen. „Bei Schlägen gegen den Kopf kann alles passieren. Das weiß man. Das wussten Sie.“

Ein Gutachter hat die Tat als persönlichkeitsfremd bezeichnet: G. sei allgemein bekannt als lustig und gesellig. Kein Schlägertyp, nicht vorbestraft. Doch in dieser Nacht beim Dorffest, da war etwas anders als sonst. Da schlug G. zu.

Jeden Tag neun Angriffe

Jedenfalls sagt das der Hauptbelastungszeuge, und ihm schenkten der Richter und die Schöffen mehr Glauben als dem Angeklagten. Auch wenn die Verteidigung kurz vor Ende des Verfahrens – die Staatsanwältin hatte ihr Plädoyer bereits gehalten – noch ein vermeintliches Ass aus dem Ärmel zog: Gerhard Strate stellte in Frage, ob der Türsteher die Strecke zum Tatort überhaupt so schnell habe zurücklegen können, um den Vorfall beobachten zu können. Also wurde die Strecke exakt vermessen und ein Professor für Sportwissenschaft als Zeuge geladen. Am Ende hat sich an der Einschätzung der Kammer nichts verändert. 

Die Gewerkschaft der Polizei hätte sich eine härtere Strafe gewünscht. „Es muss bei Gewalttaten gegen die Polizei und anderen Amtsträgern ein klares und unmissverständliches Zeichen gesetzt werden“, sagte der Landesvorsitzende Dietmar Schilff. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Anzahl von Gewalttaten gegen Polizisten stetig ansteige. Die Fälle von Gewalt gegen Beamte sei 2016 um 293 Fälle auf 3030 gestiegen. „Jeden Tag wurden in Niedersachsen neun Polizisten angegriffen und drei verletzt.“ 

Von Carolin George

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