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Panorama 20 Tote bei Anschlag auf katholischen Gottesdienst – IS reklamiert Tat für sich
Mehr Welt Panorama 20 Tote bei Anschlag auf katholischen Gottesdienst – IS reklamiert Tat für sich
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22:56 27.01.2019
Durch zwei Explosionen in und vor einer katholischen Kirche im unruhigen Süden der Philippinen sind während eines Gottesdiensts mindestens 27 Menschen getötet worden. Quelle: dpa
Manila

Bei einem Anschlag auf eine katholische Kirche im unruhigen Süden der Philippinen sind nach Angaben örtlicher Behörden mindestens 20 Menschen getötet worden. Mehr als 110 Menschen seien bei zwei aufeinanderfolgenden Explosionen während eines Gottesdiensts am Sonntag verletzt worden, wie Polizei und Militär mitteilten. Die Behörden aktualisierten laufend die Angaben zu Opfern.

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich, wie die auf Beobachtung von Terrorpropaganda spezialisierte Site Intelligence Group berichtete. In der Region sind muslimische Rebellen aktiv.

Papst Franziskus verurteilte das „terroristische Attentat“. Er bete für die Toten und Verwundeten, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche während seines Besuchs in Panama.

14 Zivilisten und sechs Soldaten ums Leben gekommen

Die erste Explosion habe sich während einer Messe im Inneren der gut besuchten Kathedrale in der Stadt Jolo in der Provinz Sulu ereignet, die zweite auf einem Parkplatz vor dem Gotteshaus, als Sicherheitskräfte eingetroffen seien, sagte der regionale Militärsprecher Gerry Besana. Bei den Toten handelt es sich laut Polizei um 14 Zivilisten und sechs Soldaten. Unter den Verletzten seien rund 90 Zivilisten. Fotos zeigten Blut auf der Fassade der Kirche.

Jolo liegt rund 1000 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Der Chef der nationalen Polizei, Oscar Albayalde, sagte dem Manila-Radiosender DZMM, bisher sei nichts über ein mögliches Motiv der Angriffe bekannt, es werde in alle Richtungen ermittelt. Besana erläuterte, zunächst würden die Sprengstoffe analysiert, um dann Rückschlüsse auf die Täter ziehen zu können.

Verteidigungsminister Delfin Lorenzana betonte, die Täter würden gejagt. Alle Kirchen und öffentlichen Plätze würden gesichert, um mögliche Angriffe zu vereiteln.

Unklar war, ob der Angriff in dem überwiegend katholischen Land mit dem Ergebnis einer Volksabstimmung in der südlichen Region Mindanao über die Bildung einer neuen muslimischen autonomen Einheit, der Region Bangsamoro, zusammenhängen könnte. Die Wahlkommission hatte am Freitag bekannt gegeben, dass die Wähler mehrheitlich für die muslimische Autonomie gestimmt hätten. Nur in der zu Bangsamoro gehörenden Provinz Sulu, in der Jolo liegt, gab es keine Mehrheit für die muslimische Autonomie.

150.000 Menschen starben bei Konflikt

Das Gesetz zur Schaffung der muslimischen Region war ein zentraler Bestandteil eines Friedensabkommens, das 2014 zwischen der philippinischen Regierung und der größten muslimischen Rebellengruppe, der Moro Islamische Befreiungsfront, geschlossen worden war. Zuvor hatten muslimische Rebellen jahrzehntelang gegen die Zentralregierung gekämpft. Mindestens 150.000 Menschen starben in dem Konflikt.

In Jolo sind Rebellen der islamistischen Terrorgruppe Abu Sayyaf aktiv. Sie sind nicht Teil des Friedensprozesses und mit der Terrormiliz Islamischer Staat verbunden. Abu Sayyaf hatte in den vergangenen Jahren immer wieder durch Anschläge und Entführungen, auch von Deutschen, Schlagzeilen gemacht.

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Von RND/dpa/lf

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