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Panorama 13-Jähriger mit 1,9 Promille aufgegriffen
Mehr Welt Panorama 13-Jähriger mit 1,9 Promille aufgegriffen
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00:15 06.02.2014
Von Stefanie Gollasch
Laut Suchtexperte Christoph Möller hätte der Junge sterben können. Quelle: dpa /Symbolbild
Wolfenbüttel

Ein Passant, selbst zweifacher Vater, kann es schließlich nicht mehr mit ansehen. Er ruft die Polizei, einer der Jugendlichen bemerkt das und türmt. Der andere kann nicht mehr fliehen, er ist zu betrunken – die Polizei misst bei ihm kurz darauf einen Blutalkoholgehalt von 1,93 Promille.

„Ich bin schon Jahrzehnte im Polizeidienst, aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Frank Oppermann, Sprecher der Polizei Wolfenbüttel.  Als die Beamten den Vater des 13-Jährigen anriefen, sei der völlig überrascht gewesen. „Er hatte ihn vormittags zu einem Freund gefahren und wollte ihn dort um 18 Uhr wieder abholen“, berichtet Oppermann. Dass der Nachmittag in einer solchen Katastrophe endete, habe den Vater völlig unvorbereitet getroffen.

Ob der Junge anschließend noch ins Krankenhaus gebracht wurde, konnte der Polizeisprecher gestern nicht sagen. Prof. Christoph Möller, Suchtexperte und Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie im hannoverschen Kinderkrankenhaus auf der Bult, warnt davor, volltrunkene Jugendliche einfach wieder mit nach Hause zu nehmen. „Bei einem so hohen Promillewert können die Schutzreflexe ausfallen, schlimmstenfalls erstickt der Patient dann an seinem eigenen Erbrochenen, weil der Hustenreflex nicht mehr funktioniert“, sagt Möller. Auch eine gefährliche Unterzuckerung könne die Folge eines solchen Rauschtrinkens sein.

Den Promillewert des jungen Wolfenbüttelers findet er erschreckend – unter den Hunderten junger Menschen, die jedes Jahr wegen Alkoholmissbrauchs im Kinderkrankenhaus landen, sei ein so hoher Wert selten. Allerdings sei der Blutalkoholgehalt allein nicht entscheidend, betont Möller: „Es gibt junge Mädchen, die schon ein Promille umwirft, an Alkohol gewöhnte Männer hingegen können unter Umständen mit über zwei Promille noch geradeaus fahren.“

Beratung noch am Krankenbett

Das niedersächsische Sozialministerium hat seinen Etat für die Suchthilfe im laufenden Jahr von 7 auf 7,3 Millionen Euro aufgestockt. Um den Missbrauch bei Jugendlichen einzudämmen, unterstützt das Ministerium unter anderem das Projekt HALT (Hart am Limit).  „Wenn ein volltrunkener Jugendlicher in der Klinik landet, informiert das Krankenhaus unsere Fachleute, und die sprechen dann noch am Krankenbett mit den jungen Leuten und ihren Eltern“, erklärt Ministeriumssprecherin Heinke Traeger. Im Jahr 2012 wurden landesweit 375 dieser Gespräche geführt. Ziel sei es herauszufinden, warum der Junge oder das Mädchen bis zur Bewusstlosigkeit getrunken hat und wie verhindert werden kann, dass das Rauschtrinken zur Gewohnheit wird. Daher gehe es vor allem auch um „Ersttäter“, betont Traeger. Wer Kontakt zu den Fachleuten sucht, kann bei der Landesstelle für Suchtfragen, Telefon (05 11) 62 62 66 0, nach einer Anlaufstelle in seiner Nähe fragen.

Nach Angaben der DAK landeten 2012 landesweit 2788 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus, dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Plus von erklärt Prozent. Bei den Zehn- bis 15-Jährigen gab es einen Anstieg um 15 Prozent. Die DAK will mit dem Plakatwettbewerb „Bunt statt blau“ für Jugendliche gegensteuern, die Techniker Krankenkasse bietet eine individuelle Beratung für  junge Rauschtrinker und deren Eltern an.

Auch die Polizei Wolfenbüttel hält sich viel auf ihre Präventionsarbeit in Sachen Alkoholkonsum bei jungen Leuten zugute. Im Allgemeinen gebe es dort auch keine ausgeprägte Komasaufszene, sagt Polizeisprecher Oppermann. Der Jugendliche vom Sonnabend sei eine krasse Ausnahme.

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