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Welt Ob Sonne brennt, ob Regen fällt – der Bauer ruft nach Steuergeld
Mehr Welt Ob Sonne brennt, ob Regen fällt – der Bauer ruft nach Steuergeld
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18:01 22.08.2018
Ein Landwirt zeigt sein vertrocknetes Maisfeld. Quelle: Rainer-Droese
Berlin

Kaum ein Wirtschaftszweig hängt so sehr vom Wetter ab wie die Landwirtschaft. Pflanzen brauchen einen ausgewogenen Mix aus Wärme, Kälte, Wasser, Nährstoffen und Licht, sonst wachsen sie nicht gedeihlich. Fehlt etwas davon oder ist es im Übermaß vorhanden, wird die Ernte schlecht. Nicht umsonst drehen sich die meisten Bauernweisheiten um das Wetter: „Gibt’s im März zu vielen Regen, bringt die Ernte wenig Segen.“ Oder: „Wenn der ­April bläst ins Horn, steht es gut um Heu und Korn.“

Spaßvögel haben dieser Tage, da das Land über den Sommer, die Dürre und Entschädigungen für Ernteausfälle diskutiert, eine weitere Bauernregel hinzugefügt. „Ob Sonne brennt, ob Regen fällt – der Bauer ruft nach Steuergeld.“ Das Sprüchlein ist zugegebenermaßen ein wenig gemein. Aber ein Fünkchen Wahrheit steckt trotzdem in ihm.

Mittelgroße Ausfälle sollten die Bauern selbst tragen

Natürlich war dieser Sommer mit extremer Hitze und Trockenheit ein Ausnahmeereignis, in einigen Regionen mit verheerenden Folgen. Wenn ansonsten gesunde Betriebe durch die extreme Wetterlage in ihrer Existenz bedroht sind, kann der Staat helfen, und sollte es tun. Aber auch nur dann. Kleinere und mittelgroße Ausfälle hingegen müssen die Bauern schon selbst tragen. Es gehört nicht zu den Aufgaben des Staates, jedem Landwirt in jedem Jahr einen anständigen Gewinn zu garantieren.

Es ist irritierend, wie selbstverständlich die Vertreter der organisierten Bauernschaft inzwischen nach Staatsgeldern rufen. Eine Milliarde Euro „wäre wünschenswert“, hatte Bauernpräsident Joachim Rukwied schon vor Wochen mitgeteilt. Fast so, als ob die Staatsmittel beschlossenen Sache wären und nur noch deren Höhe verhandelt werden müsse.

Landwirte sind selbstständige Unternehmer

Es ist gut, dass Agrarministerin Julia Klöckner dem Drängen widerstanden hat und verlässliche Zahlen sehen wollte. Die jetzt zugesagten 340 Millionen Euro von Bund und Ländern entsprechen etwa der Hälfte der Ernteausfälle. Sie sollten reichen, um die größten Härten jener rund 10.000 Betriebe abzumildern, die sich nun in existenzieller Not befinden. Alles andere ist nicht Aufgabe des Steuerzahlers – zumal der die Landwirtschaft auch so schon üppig subventioniert.

Keine Frage: Landwirte übernehmen wichtige Aufgaben für die Gesellschaft. Sie sorgen für sichere und bezahlbare Lebensmittel, pflegen die Landschaft, leisten einen Beitrag zum Naturschutz. Dafür verdienen sie Anerkennung und Unterstützung. Und dennoch sind Landwirte nicht zuletzt selbstständige Unternehmer – mit allen Chancen und allen Risiken, die damit einhergehen. Zur guten Unternehmensführung gehört es, für schlechte Zeiten vorzusorgen.

Auch dafür gibt es übrigens eine alte Bauernregel. Ein vorausschauender Landwirt, sagt sie, hat eine Ernte auf dem Feld, eine im Stall – und eine auf der Bank. Für den Notfall.

Von Andreas Niesmann/RND

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