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Nordkorea setzt Atomtests für Gespräche mit den USA aus

Innerkoreanisches Gipfeltreffen Nordkorea setzt Atomtests für Gespräche mit den USA aus

Süd- und Nordkorea haben sich auf ein Gipfeltreffen geeinigt. Das Treffen des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un solle Ende April stattfinden. Derweil ist Nordkorea bereit, für Gespräche mit den USA seine Atom- und Raketentests zu unterbrechen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un winkt während einer Militärparade.

Quelle: AP

Seoul. Nordkorea ist zur Unterbrechung seiner Atom- und Raketentests für Gespräche mit den USA bereit. Das kommunistische Land habe zudem versichert, keine konventionellen oder Atomwaffen gegen Südkorea einzusetzen, sagte der südkoreanische Nationale Sicherheitsdirektor Chung Eui Yong am Dienstag nach Gesprächen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Nord- und Südkorea hätten sich auch auf ein Gipfeltreffen Ende April verständigt. Außerdem solle es zwischen den Führern beider Staaten eine Telefonhotline geben.

Chung sagte, Nordkorea sei zu Gesprächen mit den USA über eine Denuklearisierung und eine Normalisierung seines Verhältnisses zu den USA bereit. Nordkorea sehe keine Gründe für den Besitz von Atomwaffen, wenn militärische Drohungen eingestellt würden und es eine verlässliche Sicherheitsgarantie bekomme.

Nordkoreanische Staatsmedien berichteten, Kim habe bei dem Treffen seinen Willen bekundet, „eine neue Geschichte der nationalen Wiedervereinigung zu schreiben“. Kim habe zudem „wichtige Anweisungen“ gegeben, „rasch praktische Schritte“ für ein Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidentrn Moon Jae In einzuleiten. Nach Angaben Südkoreas dauerte das Treffen in Nordkorea rund vier Stunden.

Es war die erste Zusammenkunft südkoreanischer Regierungsvertreter mit dem jungen nordkoreanischen Machthaber seit seiner Machtübernahme nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il Ende 2011.

Beobachter werteten die Verlautbarungen aus Pjöngjang als jüngstes Zeichen für Bemühungen um eine Wiederannäherung nach einem Jahr wiederholter nordkoreanischer Waffentests und Androhungen eines Atomkriegs. Der Entspannungskurs begann mit der Teilnahme des Nordens an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar.

Angesichts einer langen Geschichte von Blutvergießen, Drohungen und Feindseligkeiten auf der koreanischen Halbinsel wurde der warme Umgangston aber auch mit Skepsis aufgenommen. Einige Experten vermuten, Pjöngjang könnte ein besseres Verhältnis zu Seoul nutzen, um internationalen Druck und Sanktionen abzuschwächen.

Von RND/dpa/ap