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Nato-Bomben sollen Krebs auslösen

Serbien Nato-Bomben sollen Krebs auslösen

In Serbien sind viele sicher: Uranhaltige Nato-Bomben, die während des Jugoslawienkriegs 1999 abgeworfen wurden, haben vielen Menschen den Krebstod gebracht.

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Ein deutscher Tornado hebt am 30.3.1999 von der Militärbasis San Damiano beim norditalienischen Piacenza ab. Die Kampfjets beteiligten sich an Luftschlägen gegen serbische Ziele.

Quelle: dpa

Belgrad. Für die serbische Regierungszeitung „Novosti“ ist die Sache klar: „Uran mäht die Serben nieder“, titelte das Blatt am Donnerstag. Hintergrund ist ein drastischer Anstieg von Krebsfällen in Serbien – Grund dafür könnte der Einsatz uranhaltiger Munition bei der Bombardierung des früheren Jugoslawiens durch die Nato im Jahr 1999 sein.

Die als Sprachrohr der Regierung geltende Boulevardzeitung „Informer“ schrieb auf der Titelseite: „Die Nato hat absichtlich Krebs quer durch Serbien gesät.“ Auslöser für die neue Debatte ist die Behauptung des US-Botschafters Kyle Scott, die vielen Krebsfälle würden nicht mit den Nato-Bomben, sondern mit dem ungesunden Lebensstil der Serben und der rückständigen Medizin im Land zusammenhängen.

Zehn Tonnen Uran aus der Luft?

Die Nato habe bei ihrem zweieinhalb-monatigen Bombardement Munition mit zehn Tonnen abgereicherten Urans abgeworfen, „was zum drastischen Anstieg tödlicher Krankheiten geführt hat, unter dessen Folgen noch viele zukünftige Generationen leiden müssen“, schrieb „Novosti“ weiter.

Das serbische Parlament hatte bereits vor Tagen mitgeteilt, eine staatliche Kommission werde wissenschaftliche Beweise für einen drastischen Anstieg der Todesfälle und Sterilität bei Männern durch die Nato-Munition sammeln. Auf dieser Basis könne das Balkanland dann die Länder, die an der Bombardierung beteiligt waren, auf Entschädigungen in Millionenhöhe verklagen. Am Jugoslawienkrieg hat sich auch Deutschland mit Bombardierungen beteiligt.

US-Botschafter kritisiert medizinische Zustände

Der US-Botschafter in Serbien hatte behauptet, internationale Organisationen hätten klar festgestellt, dass abgereichertes Uran, das für panzerbrechende Waffen eingesetzt werde, nicht zu den behaupteten Gesundheitsschäden führen würde. Vielmehr sorgten die veraltete und ungenügende medizinische Versorgung in Serbien sowie die kaum kontrollierte wilde Entsorgung uranhaltiger Abfälle im Land für die Probleme.

Die Nato hatte das damals noch aus Serbien und Montenegro bestehende Jugoslawien bombardiert, um das Militär zum Rückzug aus der nur noch von Albanern bewohnten Provinz Kosovo zu zwingen.

Von dpa/RND

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