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Welt Nager, Kaviar, Mayday: Pannen haben bei der Flugbereitschaft Tradition
Mehr Welt Nager, Kaviar, Mayday: Pannen haben bei der Flugbereitschaft Tradition
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11:16 30.11.2018
Nicht immer pünktlich: Der Airbus „Theodor Heuss“ Quelle: Michael Kappeler/dpa
Hannover

Beim Fußball hört der Spaß auf. Als oberster Fan sollte der damalige Sportminister Thomas de Maizière im Sommer 2014 nach Frankreich fliegen, um die deutsche Nationalelf im Viertelfinale gegen Italien zu unterstützen. Doch daraus wurde nichts, wegen eines Vogelschlags musste der Regierungsflieger am Boden bleiben, die DFB ohne Unterstützung von oben gewinnen.

Die Flugbereitschaft der Bundeswehr bringt Politiker, Journalisten aber auch Soldaten in alle Winkel der Welt. Dass dabei nicht immer alles nach Plan läuft – wie jetzt für Kanzlerin Angela Merkel – versteht sich von selbst, die Fehlerquote sei letztlich aber nicht höher als in der privaten Luftfahrt. Das Problem der Flugbereitschaft ist, dass nur ein sehr begrenztes Kontingent an Flugzeugen bereit steht – und das oft nicht am richtigen Ort. Einige Pannen der Regierungsflieger sind jedenfalls legendär.

Joschka Fischer wütet nach Flug-Panne

Mancher Minister verließ die Maschinen mit ordentlich Wut im Bauch. Kurz nach dem Start eines Fluges von Joschka Fischer stieg 2005 Rauch ins Cockpit. Die Piloten mussten „Mayday“ melden, die Sauerstoffmasken fielen aus der Kabinendecke – und Fischer schimpfte nach der frühen Landung in Berlin: „Muss ich erst im Weltsaal des Auswärtigen Amts aufgebahrt werden, ehe die Flugbereitschaft neue Maschinen bekommt?“

Die gute Nachricht: Bisher sind alle Regierungsmitglieder unversehrt ans Ziel gekommen. Wenn auch nicht immer pünktlich.

Frank-Walter Steinmeier hat besonders viel Pech

Besonders peinlich ist es, wenn Flüge mit großer Delegation ausfallen müssen. Denn dann sind meist auch Journalisten in der Reisegruppe, die genüsslich die Mängel der Flugbereitschaft ausbreiten können. So geschehen, als Angela Merkel 2015 nach Indien aufbrechen wollte. Der VIP-Airbus „Konrad Adenauer“ stand dann allerdings kurzfristig nicht zur Verfügung, die Reisegruppe musste auf einen Truppentransporter umsteigen.

Eine gewisse Routine hat der Vielflieger der Ära Merkel entwickelt: Frank-Walter Steinmeier war in seiner Zeit als Außenminister besonders oft auf die Flugbereitschaft angewiesen – und wurde besonders oft enttäuscht: 2016 musste er acht Stunden in China ausharren, bis ein Defekt an der Maschine repariert wurde. Besonders ärgerlich: Wie nun Merkel verpasste er den Beginn eines wichtigen internationalen Gipfels.

Im gleichen Jahr verbrachte Steinmeier die Wartezeit bis zum Weiterflug in Litauen in einem Biergarten. 2014 wurde es für Steinmeier dramatisch, als sein Flugzeug im Anflug auf Berlin wegen einer starken Böe durchstarten musste. Im zweiten Anlauf gelang die Landung und die Passagiere klatschten Beifall – was unter den Vielfliegern eher die Ausnahme sein dürfte.

„Kaviar“-Affäre kostet Berater den Job

Alles andere als Beifall bekam Michael Steiner 2001 nach einem Zwischenstopp in Moskau. Der dauerte dem Sicherheitsberater des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder zu lange. Er soll darauf hin Soldaten als Arschlöcher beschimpft haben. Den Piloten soll er aufgefordert haben, wenigstens Kaviar zu organisieren. Auch wenn Steiner das als Scherze rechtfertigte, kostete ihm die Affäre bald darauf den Job.

Wer Schuld trägt an den Komplikationen, die Olaf Scholz im vergangenen Oktober überstehen musste, ist hingegen noch ungeklärt. Als er auf Bali an einer Konferenz teilnahm, machten sich Nagetiere am Regierungsflieger zu schaffen, der in Jakarta geparkt war. Weil Scholz möglichst schnell zurück in Deutschland sein wollte, stieg er auf Linienflüge um. Über Hongkong und Zürich ging es für ihn zurück nach Berlin – in 22 Stunden.

Strauß landet mit Cessna im vereisten Moskau

Nichts mit der Flugbereitschaft zu tun hat hingegen die vermutlich dramatischste Flug-Geschichte eines deutschen Spitzenpolitikers. Kurz nach Weihnachten 1987 bekam der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß eine Einladung zu einem Besuch beim Klassenfeind in Moskau. Strauß saß selbst im Cockpit einer kleinen Cessna, die bei widrigen Bedingungen in Moskau zur Landung ansetzte. Das Kleinflugzeug kam heil zum Stehen, obwohl die Piste vereist war. Ob Strauß die Landung selbst vollzog, ist seither umstritten.

Von pach/RND

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