Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Welt Mikroplastik verseucht auch die Arktis
Mehr Welt Mikroplastik verseucht auch die Arktis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 24.04.2018
Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut nehmen Proben aus einem Schmelztümpel auf arktischem Meereis. Quelle: Mar Fernandez/Alfred-Wegener-Institut/dpa
Bremerhaven

Die Ergebnisse ihrer Messungen haben die Forscher selbst erstaunt: Im arktischen Meereis fanden sie so viel eingeschlossenes Mikroplastik wie nie zuvor. Das Team des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) hat Eisproben, die von drei Expeditionen in den Jahren 2014 und 2015 stammten, untersucht: Teils zählten sie mehr als 12 000 Teilchen pro Liter Meereis, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Communications“.

Verseuchtes Eis: Mikroplastikpartikel in verschiedenen Größen und Formen sind einem Labor des Alfred-Wegener-Instituts zu sehen. Quelle: Alfred-Wegener-Institut

„Die höchste Konzentration haben wir in der zentralen Arktis gefunden, wo ein unmittelbarer Eintrag von Flüssen ausgeschlossen werden kann“, sagte Ilka Peeke, Autorin der im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlichten Studie. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Partikel so weit transportiert werden.“

Folgen für die Umwelt ungewiss

Peeken geht davon aus, dass die gefundenen Plastikteilchen sowohl aus dem Atlantischen Ozean als auch aus dem Müllstrudel im Pazifischen Ozean zwischen Hawaii und Nordamerika stammen. „Proben von Eisschollen im Kanadischen Becken enthielten sehr viel Kunststoff, der für Plastiktüten verwendet wird, die gerade in Nordamerika sehr verbreitet sind“, sagte Peeken.

Welche Auswirkungen das Mikroplastik auf die Natur hat, ist noch nicht abzuschätzen. Quelle: Alfred-Wegener-Institut

Zudem wurde in den sibirischen Randmeeren ein hoher Anteil an Lackpartikeln von Schiffsanstrichen und Nylonreste von Fischernetzen gefunden.

Mehr als die Hälfte der im Eis eingeschlossenen Mikroplastikteilchen sei kleiner als ein zwanzigstel Millimeter. „Damit können sie problemlos von arktischen Kleinstlebewesen wie Wimperntierchen, aber auch Ruderfußkrebsen gefressen werden“, so Peeken. Bisher könne niemand abschließend sagen, inwieweit die winzigen Kunststoffteile den Meeresbewohnern Schaden zufügten oder am Ende sogar Menschen gefährdeten.

Von RND/dpa

Mit der Ankündigung vorgezogener Parlaments- und Präsidentenwahlen am 24. Juni hat Recep Tayyip Erdogan die Opposition überrumpelt. Alles andere als ein Sieg Erdogans wäre eine große Überraschung.

24.04.2018

Reich, dekadent und sympathisch: Alexander Schimmelbusch hat einen Helden geschaffen, mit dem ein Neuanfang möglich scheint. Oder der Untergang . „Hochdeutschland“ heißt der amüsante Gesellschaftsroman.

24.04.2018

EU-Staaten müssen Folteropfern mit psychischen Krankheiten nicht automatisch subsidiären Schutz gewähren. Das entschieden die Richter des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg.

24.04.2018