Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Welt Messgerät „Mascot“ ist sicher auf Asteroid Ryugu gelandet
Mehr Welt Messgerät „Mascot“ ist sicher auf Asteroid Ryugu gelandet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:49 03.10.2018
Diese von der japanischen Raumfahrtbehörde zur Verfügung gestellte Computergrafk zeigt das deutsch-französische Messgerät „Mascot“ auf dem Asteroiden Ryugu. Quelle: Uncredited/Jaxa/AP/dpa
Köln

Um 3.58 Uhr Mitteleuropäischer Zeit wurde das Messgerät, das den Himmelskörper untersuchen soll, erfolgreich von der japanischen Raumsonde Hayabusa2 getrennt – nach vier Jahren Flugzeit. Dies sei eine der ersten erfolgreichen Asteroidenlandungen überhaupt und die erste unter deutscher Beteiligung, sagte DLR-Planetenforscher Prof. Ralf Jaumann kurz nach der Landung.

Die Sonde warf „Mascot“ aus 51 Metern Höhe über Ryugu ab, dessen Oberfläche er unbeschädigt erreichte. Die Anziehungskraft von Ryugu sei so gering, dass das Gerät langsamer fiel, als ein Fußgänger sich auf der Erde fortbewegt. Im „Mascot“-Kontrollraum im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln war die Erleichterung deutlich spürbar: „Es hätte nicht besser laufen können“, erklärte „Mascot“-Projektmanagerin Tra-Mi Ho vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme.

Allerdings mussten sich die Wissenschaftler in Geduld üben: Die von Sonde und Lander übermittelten Daten kamen erst mit 18-minütiger Verspätung auf der Erde an. Dann aber war der Jubel groß: „Aus den Betriebsdaten des Landers konnten wir erkennen, dass er sich von der Raumsonde trennte und nach rund 20 Minuten auf der Asteroidenoberfläche zur Ruhe kam“, sagte Projektleiterin Ho.

Erste Mission endete im Desaster

Sicher war man sich nicht. Die erste Hayabusa-Mission war im Desaster geendet: 2005 verfehlte der japanische Minilander „Minerva“, der zwei Tage die Oberfläche des Asteroiden Itokawa untersuchen sollte, sein Ziel und ist seither im All verschollen.

„Mascot“ soll nun gut 16 Stunden Daten über Ryugu sammeln. Das Gerät ist so groß wie eine Mikrowelle und kann sich mithilfe eines Schwungarms fortbewegen. Mit an Bord sind eine Kamera, ein Radiometer, Spektrometer und ein Magnetometer. Mit den Instrumenten sollen Zusammensetzung und Beschaffenheit des Asteroiden analysiert werden. Parallel dazu soll die Sonde Hayabusa 2 Gesteinsproben des Asteroiden ansaugen und später zur Erde schicken.

Die Daten und Proben, die Hayabusa2 im Jahr 2020 zur Erde bringt, sollen mehr Erkenntnisse über den Ursprung des Sonnensystems bringen. „Asteroiden sind sehr ursprüngliche Himmelskörper, aber wir wissen noch nicht allzu viel über sie“, so Jaumann. Zudem könnten Abwehrmöglichkeiten gegen kosmische Brocken entwickelt werden, die sich auf die Erde zubewegen und hier einschlagen könnten.

Erste Live-Bilder in zwei Tagen erwartet

Die ersten Live-Bilder von „Mascot“ sollen zwar erst in zwei Tagen auf der Erde ankommen, aber in den sozialen Netzwerken ist die „Mikrowelle“ (oder ihr Ghostwriter) – bereits recht kommunikativ. Nach der Landung twitterte „Mascot“: „Und dann befand ich mich an einem Ort, der wie kein anderer ist. Ein Land voller Wunder, Geheimnisse und Gefahren! Ich bin auf Asteroid Ryugu gelandet!“

Einen langen Atem hat das Messgerät nicht. Bereits am späten Mittwochabend dürfte die Batterie leer sein – und „Mascot“ ein Stück Weltraumschrott.

Von Sonja Fröhlich/RND

Die indonesische Insel Sulawesi kommt nicht zur Ruhe: Noch immer suchen Helfer nach dem Erdbeben und dem Tsunami in Trümmern nach Opfern. Da bricht auf der Insel ein Vulkan aus.

03.10.2018

Anfang August hatten die USA neue Sanktionen gegen den Iran verhängt. Dagegen zog das Land vor das UN-Gericht. Das entschied nun: Die Strafmaßnahmen müssen vorerst aufgehoben werden.

03.10.2018

Diesen Börsenstart hatte sich Aston Martin sicherlich besser vorgestellt: Bei seinem Debüt auf dem Parkett entsprach der erste Kurs der Sportwagenhersteller-Aktie exakt dem Ausgabepreis.

03.10.2018