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Welt Merkel schafft es gerade noch zum Kulturprogramm
Mehr Welt Merkel schafft es gerade noch zum Kulturprogramm
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12:39 01.12.2018
Das von der Pressestelle des G20-Gipfels veröffentlichte Foto zeigt Argentiniens First Lady Juliana Awada, Argentiniens Präsident Mauircio Macri, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Indiens Premierministerin Narendra Modi (v.l.) im Colon Theater. Quelle: Uncredited/G20 Press Office/dpa
Buenos Aires

Die ersten Gespräche beim G20-Gipfel in Buenos Aires hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen der technischen Panne an ihrem Regierungsflieger verpasst, zum Kulturprogramm im Teatro Colón ist sie gerade noch rechtzeitig gekommen. Nach ihrer Ankunft in einem Linienflug am Flughafen Ezeiza brachten die argentinischen Sicherheitskräfte sie am Freitag im Eiltempo in das legendäre Opernhaus im Stadtzentrum.

Am Eingang wurde Merkel von Argentiniens Präsident Mauricio Macri begrüßt. Er schmunzelte und wechselte lachend einige Worte mit der stark verspäteten Bundeskanzlerin. Er breitete die Arme aus und schien zu sagen: „Schön, dass du auch noch gekommen bist.“

Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen waren zuvor die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer und ihre Partner von ihren Hotels zum Teatro Colón gebracht worden. Die Sicherheitskräfte hatten weite Teile der Innenstadt abgeriegelt.

In dem Opernhaus sollten 1000 geladene Gäste die Show „Argentum“ sehen – eine tänzerische und musikalische Reise durch die Regionen Argentiniens. Nach der Vorführung war ein Galadinner nur für die G20-Regierungschefs und ihre Partner geplant.

Merkel trifft Trump, Putin, Xi, Macri und wohl auch Morrison

Die Kanzlerin Angela Merkel hat nach dem verspäteten Eintreffen die Taktung ihrer hochrangigen bilateralen Treffen am Abschlusstag erhöht. Um 8.30 Uhr Ortszeit wird sich Merkel in Buenos Aires wie geplant mit dem russischen Präsidenten Wladimir zu einem Arbeitsfrühstück treffen. Ein Regierungssprecher teilte am Samstag mit, die Kanzlerin werde um 13.25 Uhr mit US-Präsident Donald Trump zusammenkommen. Weitere bilaterale Treffen gebe es mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, dem indischen Präsidenten Narendra Modi und Gastgeber Mauricio Macri. Geplant sei auch ein Gespräch mit dem australischen Premierminister Scott Morrison.

Ein Treffen der Kanzlerin mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman war weiterhin nicht geplant.

Das sagt Merkels Sitznachbar auf dem Iberia-Flug

Merkel war nach der Panne des Regierungsfliegers mit einem Linienflieger nach Buenos Aires geflogen. Neben ihr saß der Argentinier Agustín Agüero, der sich nun zu dem Flug äußerte. „Ich kenne ja „House of Cards“ und so, ich hätte daher nie eine so normale Person erwartet“, sagte der 28 Jahre alt Argentinier der Deutschen Presse-Agentur dpa. „House of Cards“ ist eine US-Fernsehserie, in der durchtriebene Politiker im Streben nach Macht und Geld über Leichen gehen.

Und was hat sie über den Wolken so gemacht? „Sie hat Joghurt gegessen, ein Buch gelesen, ein bisschen geschlafen“, erzählt Agüero. Keine Sonderwünsche. Eine Stunde vor der Landung sei die Kanzlerin dann ins Cockpit gegangen und habe ein Foto mit der Besatzung gemacht. „Ich habe mich nicht getraut, sie anzusprechen.“ Aber sie habe immer mal wieder rübergelächelt. „Sie war sehr relaxt.“

Als die Maschine gelandet war, durften Merkel & Co. als erste raus – so schaffte es die Kanzlerin mit zwölf Stunden Verspätung noch zu dem Galaabend ins berühmte Teatro Colón.

Von der Leyen verteidigt Flugbereitschaft

Derweil hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat die Flugbereitschaft ihres Hauses nach der schweren Panne in Schutz genommen. „Mit nur zwei Prozent Ausfallquote bei Regierungsflügen in den letzten beiden Jahren und einer durchschnittlichen Einsatzbereitschaft von 89 Prozent ist die Flugbereitschaft statistisch sehr zuverlässig“, sagte die CDU-Politikerin der „Bild“-Zeitung. Sie räumte aber ein: „Wenn dann ausgerechnet wichtige Flüge wie der der Kanzlerin zum G20-Gipfel ausfallen, schmerzt das umso mehr.“

Der Airbus der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums, der Merkel und ihre Delegation zum G20-Gipfel nach Buenos Aires bringen sollte, musste in der Nacht zum Freitag über den Niederlanden umkehren. Ursache war ein Ausfall des Funksystems. Auch das System zum Ablassen von Kerosin war betroffen. Die Maschine landete in Köln/Bonn. Dies war wegen ihres hohen Gewichts – der Airbus hatte noch fast das gesamte Kerosin in seinen Tanks – eine heikle Angelegenheit. Bei der Landung überhitzten die Bremsen.

Von RND/dpa