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11:24 21.04.2011
Das Programm "iPhoneTracker" zeigt die Ortungsdaten eines iPads in Deutschland. Quelle: dpa

Beim Schutz persönlicher Daten hat sich Apple noch nie durch übermäßigen Fleiß hervor getan. Immer wieder geriet das Unternehmen in den vergangenen Jahren in die Kritik, weil es einen eher laxen Umgang mit sensiblen Informationen seiner Nutzer pflegt. Was die IT-Experten Peter Warden und Alasdair Allan jetzt aufgedeckt haben, dürfte selbst eingefleischte Apple-Fans nachdenklich stimmen. Das iPhone, Apples beliebtes Smartphone, erfasst vom jeweiligen Besitzer detailliert den Aufenthaltsort samt Uhrzeit und speichert diese Daten unverschlüsselt auf dem Gerät ab – ohne, dass der Benutzer etwas davon weiß. Der genaue Standort wird dabei über die Mobilfunkzelle bestimmt, in der sich das Gerät gerade befindet, vermuten Warden und Allan. Wie die beiden Briten auf der Internetseite radar.oreilly.com weiter berichten, sind neben iPhones, die das Betriebssystem iOS 4 nutzen, auch UMTS-iPads betroffen. Gesammelt werden die Daten offenbar seit Mitte 2010, als Apple ein Update für sein Betriebssystem bereitstellte.

Doch das ist offenbar nicht alles: Die Experten haben zudem entdeckt, dass die Daten auch auf jedem angeschlossenen Rechner landen, wenn das mobile Gerät mit der Apple-Software iTunes synchronisiert und eine Datensicherung, ein sogenanntes Backup, gespeichert wird. Auf der Festplatte liegt das Datenpaket mit dem Namen „consolidated.db“ ebenfalls unverschlüsselt. „Wir wissen nicht, warum Apple diese Daten erhebt“, schreiben Warden und Allen. Klar sei jedoch, dass es sich um eine Sicherheitslücke handle, weil Apple auf eine Verschlüsselung verzichtet habe. „Wer Zugang zu dieser Datei hat, weiß, wo Sie in letzter Zeit gewesen sind.“ Warden und Allan haben nach eigenen Angaben zwar keine Hinweise finden können, dass die Daten direkt an Apple weitergeleitet werden. Sie dringen jedoch darauf, dass das Unternehmen offenlegt, ob die Daten genutzt werden sollen - und wenn ja, für welchen Zweck. Bislang hat sich Apple dazu nicht geäußert. Auch Nachfrage dieser Zeitung erklärte ein Sprecher lediglich: Kein Kommentar.

Andreas Beier, Apple-Experte des Heise-Verlags aus Hannover, glaubt nicht, dass Apple mithilfe dieser Daten detaillierte Bewegungsprofile erfassen will. Dem Unternehmen gehe es wohl eher darum, die Ortung des Geräts und somit die Anwendung bestimmter Programme zu verbessern, die sich auf Geodaten stützen. Früher griff Apple dafür auf Datenbanken von Firmen wie Google zurück, „das nimmt Apple jetzt aber selbst in die Hand“, erklärt Beier.

Visualisierung der Ortungsdaten mit dem iPhone-Tracker.

Doch selbst wenn man Apple keine bösen Absichten unterstellt, zum Sicherheitsrisiko kann das unverschlüsselte Datenpaket trotzdem werden. Liegt es auf einem Rechner, müssten Betrüger lediglich ein Schadprogramm einschleusen, mit dem sich das detaillierte Bewegungsprofil auslesen lasse. Auch ein Ausspähen der Datei über eine spezielle App sei theoretisch möglich - nach Ansicht von Beier lediglich eine Frage des Aufwandes, dem man bereit sei zu investieren. "Apple geht hier einfach schlampig mit dem Datenschutz um“, lautet Beiers Urteil. Schließlich gebe es keinen technischen Grund, auf eine Verschlüsselung der Datei zu verzichten. Er rät deshalb allen Nutzern mobiler Apple-Geräte, Backups über iTunes grundsätzlich zu verschlüsseln. Die Datei ist dann mit einem selbstgewählten Passwort gesichert.

Warden und Allan, die ihre Entdeckungen am Mittwoch auf der Konferenz "Where 2.0" in San Francisco vorstellten, präsentierten zugleich ein Programm, mit dem sich die Ortungsdaten auf einer Karte visualisieren lassen.

Zum Download des iPhone-Trackers und weiteren Informationen

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