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Medien Zeitung kürt Blatter zum "Schweizer des Jahres"
Mehr Welt Medien Zeitung kürt Blatter zum "Schweizer des Jahres"
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09:53 17.12.2015
Die neue Ausgabe der "Weltwoche" mit Sepp Blatter auf dem Titelblatt sorgt für Aufregung. Quelle: Twitter/Screenshot
Zürich

Der skandalumwitterte FIFA-Chef Joseph Blatter hat sich aus Sicht der konservativen Zeitung "Weltwoche" den Titel "Schweizer des Jahres" verdient. In seiner am Donnerstag erschienenen Ausgabe hebt das Blatt den derzeit suspendierten Präsidenten des Fußball-Weltverbands auf den Titel und schwärmt von den "eindrücklichen Leistungen dieses Ausnahmeschweizers, der als eine Mischung aus Sonderbotschafter und Entwicklungshelfer rastlos um den Planeten tourte".

Der 79-Jährige werde verkannt, die Zeitung sieht in ihm einen "unermüdlichen und bewundernswerten Fußballkämpfer für eine bessere Welt". Blatter selbst sagt im Interview: "Eigentlich müsste man mir ein Diplom überreichen für das, was ich hier erreicht habe."

Häme im Netz

In den sozialen Netzwerken sorgt die Aktion für Verwunderung – und Häme. Viele können die Aktion nicht nachvollziehen.

Auch Prominente reagieren auf die Blatter-Kür der "Weltwoche". Moderator und Comedian Micky Beisenherz ätzt über die Aktion. 

"Beeindruckt" zeigt sich auch Kai Diekmann: Der "Bild"-Chef schreibt, er fühle sich zu Tränen gerührt.

Der ehemalige Chefredakteur der Welt und amtierende Boss der Schweizer Weltwoche, Roger Köppel, ist schon lange ein bekennender Sympathisant von Blatter. Im Frühjahr trat er etwa in einer „Hart aber Fair“-Sendung auf und verteidigte den Fifa-Boss.

Blatter muss sich wieder erklären

Für Sepp Blatter wird es heute wieder mal ernst. Er wird am Donnerstag zur entscheidenden Anhörung über eine weitere Sperre vor der FIFA-Ethikkommission erwartet. Blatter wird eine dubiose Zwei-Millionen-Franken-Zahlung im Jahr 2011 an den derzeit ebenfalls für 90 Tage suspendierten UEFA-Chef Michel Platini vorgeworfen.

Nach Darstellung der beiden Spitzenfunktionäre handelt es sich um eine verspätete Honorarzahlung für Dienste aus den Jahren 1998 bis 2002. Das Urteil der rechtsprechenden Ethikkammer wird für den 21. Dezember erwartet.

dpa/zys

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