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Medien Zamperoni: „Natürlich machen wir auch Fehler“
Mehr Welt Medien Zamperoni: „Natürlich machen wir auch Fehler“
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12:31 07.02.2017
Seit Mitte Oktober 2016 ist Ingo Zamperoni Moderator der „Tagesthemen“. Quelle: dpa
Hamburg

„Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni (42) hält Transparenz für das beste Mittel gegen die scharfe Medienschelte aus den sozialen Netzwerken.

„Uns weht heute als Medienmacher eine steifere Brise ins Gesicht als früher. Wir werden aber weder von bösen und dunklen Mächten noch aus dem Hintergrund gesteuert, was einige in unserem Land zu denken scheinen und mir auch mailen“, sagte Zamperoni der Zeitschrift „Emotion“ in einem Interview. „Vielleicht müssen wir auch noch transparenter sein. Und nicht das Gefühl vermitteln, wir wüssten alles. Denn natürlich machen wir auch Fehler.“

Medizin-Studium als „Plan B“

Mit der Aufgabe als „Tagesthemen“-Anchorman in Hamburg hat sich der 42-Jährige nach eigenen Worten einen „Etappentraum“ erfüllt. Aber das berufliche Glück habe auch seinen Preis: „Die zunehmende Öffentlichkeit. Ich mache den Job ja nicht, um berühmt zu werden.“ Wenn es mit dem Journalismus nicht geklappt hätte, hätte Zamperoni auch einen Plan B gehabt: „Medizin. Dafür hatte ich sogar schon einen Studienplatz in Mainz. Onkel, Tanten und mein Großvater waren Ärzte. Ich bin da familiär geprägt.“

Zamperoni ist seit Oktober 2016 im wöchentlichen Wechsel mit seiner Kollegin Caren Miosga zu sehen. Zuvor hatte er als ARD-Korrespondent in der US-Hauptstadt Washington gearbeitet. Vor seinem Wechsel in die USA Anfang 2014 hatte Zamperoni das Nachrichtenmagazin bereits regelmäßig vertretungsweise moderiert.

2012 zog er sich den Zorn einiger Fußballfans zu: Zamperoni hatte in der Halbzeit des EM-Halbfinalspiels zwischen Deutschland und Italien die Tagesthemen moderiert. In die zweite Hälfte des Spiels verabschiedete der deutsch-italienische Moderator die Zuschauer mit dem auf italienisch und deutsch gesagten Satz „Möge der Bessere gewinnen“. Einige Fans empfanden dies angesichts des Spielstands (0:2) als Unverschämtheit.

Kritik gab es zuletzt Anfang Dezember um eine zunächst ausgebliebene „Tagesthemen“-Berichterstattung über die Festnahme eines 17-jährigen Flüchtlings im Fall einer in Freiburg getöteten Studentin. Als die „Tagesthemen“ zwei Tage später doch darüber berichteten, erklärte Zamperoni die Beweggründe.

Von dpa/RND/zys